Preise für Kinderschutz

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Die Preisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz mit Dr. Auma Obama (Mitte), Heinz Hilgers (rechts außen) und Eberhard Sauter, dem Vorstandsvorsitzenden der HanseMerkur Versicherungen (2. v. l.) Foto: Hanke

Schirmherrin Auma Obama zeichnet Hamburger Verein Dunkelziffer e.V. aus

Von Christian Hanke

ROTHERBAUM. Einen von drei Anerkennungspreisen beim diesjährigen HanseMerkur Preis für Kinderschutz erhielt der Verein Dunkelziffer e.V. aus Hamburg, der seit 1993 gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern kämpft. Dunkelziffer berät telefonisch und online, im Großraum Hamburg auch persönlich.

In Hamburg stehen 25 bis 30 Therapieplätze zur Verfügung. Hier führt Dunkelziffer außerdem Kriseninterventionen durch. Der Verein legt großen Wert auf die Präventionsarbeit in Schulen und Kindertagesstätten, die er ebenso anbietet wie Fortbildungen für Pädagogen zum Umgang mit sexueller Gewalt gegen Kinder als auch für Kriminalbeamte, Anwälte und Richter, die mit dieser Thematik befasst sind. In der polizeilichen Kriminalstatistik 2014 sind 12.134 Fälle von sexuellem Missbrauch gegen Kinder in Deutschland erfasst. Experten gehen von einer zehn- bis 15fachen Dunkelziffer aus.

Die diesjährigen Kinderschutzpreise der HanseMerkur Versicherungen wurden wie immer im Atrium der Zentrale am Siegfried-Wedells-Platz beim Dammtorbahnhof vergeben. Als Schirmherrin fungierte 2016 Dr. Auma Obama, die Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Auma Obama Foundation-Sauti Kuu, die die Selbstständigkeit von Kindern fördert.

Heinz Hilgers, der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, hielt die Laudationes auf die Preisträger. Der Hauptpreis ging an den Berliner Verein CHoG – Champions ohne Grenzen e.V., der Fußball-Training für Flüchtlingskinder anbietet.

Vor der Verleihung äußerte sich Hilgers sehr kritisch zu dem kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen Entwurf für ein Integrationsgesetz: „Das wird ein Integrationsverhinderungsgesetz. Das handelt nur von Sanktionen. Alle Flüchtlinge, die ich kennen gelernt habe, wollen arbeiten. Als ob es sich nicht um Menschen handeln würde. Flüchtlingsfamilien werden mitunter auseindergerissen. Das schafft neue Traumata. Wir sollten uns so verhalten, dass wir vorhandene Traumata nicht verschlimmern. Man hätte uns ernsthaft an dem Entwurf beteiligen sollen.“
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