Primus in Sachen Neubau

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Wohnungen bleiben Thema Nummer eins im Bezirk Hamburg-Nord

Von Christian Hanke
Hamburg-Nord
Der Wohnungsbau bleibt das Thema Nummer eins in Hamburg. Auch und ganz besonders im Bezirk Hamburg-Nord. Dieser Bezirk hatte sich schon vor der Wohnungsbauoffenisve des jetzigen Senats durch besonders rege Bautätigkeiten ausgezeichnet. Zwischen 2011 und 2015 wurden in Hamburg-Nord jährlich im Durchschnitt 2.157 Baugenehmigungen erteilt. Die jetzt beschlossene Steigerung für Hamburg von 6.000 auf 10.000 neue Wohnungen im Jahr, die für Hamburg-Nord eine Steigerung von jährlich 900 auf 1.200 Neubauten bedeutet, ist also bereits übererfüllt. Hamburg-Nord ist in Sachen Neubauten der Primus der Stadt. Der neue Vertrag für Hamburg – Wohnungsneubau, die Fortschreibung der Vereinbarung zwischen Senat und Bezirken zum Wohnungsbau, wurde mit besonderer Intensität in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord diskutiert. Drei Anträge wurden zu diesem Thema gestellt, von SPD und Grünen, von der CDU und von den Linken. Während die Regierungsparteien SPD und Grüne die Erweiterung der Wohnungsbauvereinbarung nahezu vorbehaltlos begrüßten und als „ökologischen Finanzausgleich“ für eventuell bebaute Grünflächen einen „Natur-Cent“ einführen wollen, der in ein Sondervermögen „Naturschutz und Landschaftspflege“ fließen soll, forderte die CDU, dass keine Natur- und Landschaftsschutzgebiete und Landschaftsachsen in Hamburg-Nord bebaut werden dürfen. Ihr Abgeordneter Bernd Kroll warf der SPD vor, die Bewahrung von Grünflächen nicht ausreichend im Blick zu haben. „Es geht um die grüne Lunge. Wenn wir die zerschneiden, dann zeigt es, dass Sie (zur SPD gewandt) keine Stadtentwickung machen wollen“, sagte Kroll. Die FDP setzte sich besonders deutlich für die Nachverdichtung in den inneren Satdtteilen ein. „Nachverdichtung verhindert Pendelverkehr und Zersiedelung am Rande der Stadt. Es gibt nun mal einen Drang in die innere Stadt. Wer möchte denn in Pinneberg wohnen?“, sagte ihr Sprecher Claus-Joachim Dickow.

Licht und Luft


Die CDU-Abgeordnete Elisabeth Voet van Vormizeele merkte an, dass gerade in den inneren Stadtteilen die Grünflächen nicht zugebaut werden dürfen. Außerdem müssten ausreichend Autostellplätze gewährleistet sein:„Wir müssen ganz besonders auf die Wohnqualität der inneren Stadt achten. Die Bürger sind für Grün und Autostellplätze. Wir brauchen Licht und Luft.“ Angelika Travesin von den Linken plädierte dagegen für mehr Bebauung am Rande der Stadt und kritisierte, dass immer mehr Sozialwohnungen aus der Bindung fallen. Sie warf den übrigen Fraktionen vor, dass diese sich nicht dafür einsetzen, diesen Abbau von Sozialwohnungen zu verhindern. „Immer mehr Menschen müssen in der Metropole in immer lebensungesunderen Verhältnissen wohnen. Warum können wir nicht alle Stellungnahmen darüber an den Senat senden?“, fragte die Linke-Abgeordnete. Die Linken forderten einen Anteil der geförderten Wohnungen an den Neubauten von 75 Prozent und eine größere Verbindlichkeit in der Realisierung von geförderten Wohnungen. Thomas Domres (SPD) wandte sich deutlich gegen eine Zersiedelung am Rande der Stadt und Michael Werner-Boelz (Grüne) wies darauf hin, dass sich eine ökologische Bauweise langfristig finanziell auszahlt.
Erwartungsgesmäß wurde nur der Antrag von SPD und Grünen – gegen die Stimmen von Linken und Piraten – beschlossen. Die Piraten hatten sich besonders über den Naturcent aufgeregt. Ihre Abgeordnete Dorle Olczewski sagte: „Der Naturcent ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.“
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