Radler auf die Straße

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Dieser Radweg wird nach den aktuellen Planungen abgeschafft Foto: Hanke
 
Der Rad-Reporter Marco Dittmer Foto: wb

Kellinghusenstraße: Behörde stellt Pläne für neue Fahrbahnregelung vor

Eppendorf Auch die Kellinghusenstraße soll im Rahmen der Busbeschleunigung Radfahrstreifen auf der Straße bekommen, was eine Reduzierung der Fahrbahnen von vier auf zwei im Abschnitt zwischen Schrammsweg und Loogeplatz zur Folge hat (das Wochenblatt berichtete).
Die Planung stellte der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) kürzlich im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude vor. Ab Schrammsweg sollen die Radler in Richtung Süden auf die Fahrbahn geführt werden und dort einen eigenen Streifen bekommen. In Richtung Norden werden die Radfahrer bis zum Faaßweg auf von der Fahrbahn abgeteilten Streifen geführt. Der nördliche Abschnitt der Kellinghusenstraße von Schrammsweg/Faaßweg bis zur Ludolfstraße bleibt unverändert. Um Platz für die Radler zu schaffen wird die Mittelinsel Loogeplatz aufgehoben. Die Einfahrt in den östlichen Abschnitt der Goernestraße wird eingeengt.

Kritik an Finanzierung


SPD, Grüne und Linke unterstützen die Planung, die CDU lehnt sie ab. „Am Loogeplatz verbessert sich sowohl für wartende Fahrgäste der Buslinien M 25, 26 und 22 und andere Fußgänger als auch für Radfahrer die Situation in diesem Bereich. Kollisionspunkte zwischen Fußgängern und Radfahrern im Haltestellenbereich fallen weg. Der Radverkehr wird besser durch den Knoten-Bereich Loogeplatz / Kellinghusenstraße / Goernestraße geführt“, betonte Dr. Jan Freitag, der Sprecher der SPD.
„Busse werden ausgebremst“, spottete die CDU. „Da werden Sondermittel für die Busbeschleunigung zur Förderung des Radverkehrs im Bezirk verwendet. Die stark frequentierte Bushaltestelle wird für Busse nicht etwa durch eine Busspur optimiert, sondern durch Reduzierung auf einen Fahrstreifen mit anderen Verkehrsteilnehmern zukünftig ausgebremst!“, kritsierte der CDU-Sprecher Ekkehard Wersich, der darin keine Busbe- sondern -entschleunigung sieht. Karin Haas (Die Linke) sprach von einer „sinnvollen Veränderung“. Anwesende Anwohnerinnen und Anwohner kritisierten die unnötige Aufgabe des in gutem Zustand befindlichen Radwegs auf der Ostseite der Kellinghusenstraße zugunsten eines von ihnen als gefährlich angsehenen Radfahrstreifens auf der Straße.
Auf einen heiklen Punkt der Planung wies der CDU-Abgeordnete Stefan Bohlen hin: die Busbucht für wartende Busse vor dem Holthusenbad ist meistens überbelegt. Deshalb ragt das Heck des letzten Busses oft in die Fahrbahn hinein und würde nach der neuen Planung auf dem Radstreifen stehen. Radler müssten auf die Fahrbahn ausweichen. Konrad Hansen vom LSBG gab Teilentwarnung: in einigen Jahren würden Buslinien zusammengelegt werden, so dass weniger Busse am U-Bahnhof Kellinghusenstraße verkehren werden. LSBG, SPD und Grüne setzen auf „gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr“. CDU und einige Anwohner halten die geplanten Maßnahmen für unnötig. Ein CDU-Antrag, in dem „keine Reduzierung der Fahrstreifen“ gefordert wurde, erhielt keine Mehrheit. (ch)

Der Rad-Reporter:
Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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