Radstraße unbeliebt

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Die neue Fahrradstraße Harvestehuder Weg: Fahrrad-Piktogramme auf der Fahrbahn, Parkplätze am Fahrbahnrand, slalomfahrende Autos. Und die Radler fahren noch auf dem alten Radweg Foto: Hanke

Alter Radweg am Harvestehuder Weg weiter Favorit

Von Christian Hanke
Harvestehude/Rotherbaum/Winterhude
Die Fahrradstraße an der Alster, im Harvestehuder Weg zwischen Krugkoppel und Alter Rabenstraße, ist im Wesentlichen fertiggestellt. Nur einige Restarbeiten fehlen noch. Fahrradsymbole auf den Fahrbahnen zeigen jetzt deutlich an, dass die Radler Vorrang genießen. Autofahrer müssen sich nach dem Tempo der Fahrradfahrer richten und dürfen höchstens 30 Stundenkilometer fahren. Sie sind als „Gäste“ auf den Fahrradstraßen zugelassen.
Die Fahrbahnen wurden im umgebauten Abschnitt des Harvestehuder Weges durch einige Parkplätze am Fahrbahnrand eingeengt. Ampeln gibt es hier nicht mehr. In 33 Tagen wurden auf einer Länge von 1250 Metern 7700 Quadratmeter Fahrbahn erneuert und 1400 Meter Bordkante neu gesetzt. Die neue Fahrradstraße ist Bestandteil der Veloroute 4. Torsten Sevecke, Leiter des Bezirksamtes Eimsbüttel, und Staatsrat Andreas Rieckhof aus der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gaben den umgestalteten Abschnitt frei. „Mit der Einrichtung von Fahrradachsen, zu denen auch diese Fahrradstraße gehört, wollen wir den Verkehrsraum rund um die Alster neu aufteilen. So aufteilen, dass Fußgänger und Radfahrer ausreichend Platz haben und gleichzeitig der notwendige Autoverkehr möglich bleibt“, erläuerte Andreas Rieckhoff.

Zaghafte Annäherung


Radler trauen sich bislang allerdings noch nicht so richtig auf „ihre“ neue Straße. Einen Tag nach der Einweihung befuhren die meisten den alten Radweg, der bis Ende des Jahres zurückgebaut werden soll. Was aus der Fläche wird, ist noch nicht geklärt. „Chaos“ war allerdings auch nicht zu bemerken, das der CDU-Bezirksabgeordnete aus Hamburg-Nord, Christoph Ploß, gesehen haben will. „Nach der Einweihung brach das Chaos aus“, sagte er tags darauf in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, in die die CDU einen Antrag zum Stopp des Baus von Fahrradstraßen rund um die Außenalster eingebracht hatte, weil auch Straßen aus dem Bezirk Hamburg-Nord umgewandelt werden sollen.

CDU:Kein Bedarf für Ausbau


Die CDU und auch viele Anwohner sehen keinen Bedarf für Fahrradstraßen. Da ist Karin Haas, Bezirksabgeordnete der Linken, ganz anderer Ansicht. Gerade den oft als vorbildlich gelobten Radweg durch das Alstervorland hält Haas für „hochgradig gefährlich“, weil die Radler hier in beide Richtungen „rasen“ und oft miteinander kollidieren. Die CDU forderte in ihrem Antrag neben dem sofortigen Stopp von weiteren Fahrradstraßen die Verwendung der vorgesehenen Mittel für die Ausbesserung von maroden Radwegen. Außerdem die Freigabe des Radverkehrs in der Bellevue in Fahrtrichtung auf der Fahrbahn und das Auftragen von Rad-Piktogrammen auf der Fahrbahn sowie die Nutzung des bestehenden Radweges entgegen der Einbahnrichtung. Der CDU-Antrag, den die FDP unterstützte, wurde mit den Stimmen der anderen Fraktionen abgelehnt.
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5 Kommentare
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S. Heymann aus Harvestehude | 19.12.2014 | 22:20  
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ernst wilhelm aus Alsterdorf | 20.12.2014 | 19:48  
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ernst wilhelm aus Alsterdorf | 20.12.2014 | 19:50  
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S. Heymann aus Harvestehude | 21.12.2014 | 15:54  
15
ernst wilhelm aus Alsterdorf | 21.12.2014 | 16:21  
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