Ruf nach Alsterlinien

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Alsterschiffe in der Diskussion: Könnten sie auch als Linienschiffe zu HVV-Preisen verkehren?Fotos: Hanke

Kommunalpolitik wünscht sich Linienverkehr auf der Alster

Von Christian Hanke
Alster. Ist ein Ausbau des Linienverkehrs auf der Alster im Rahmen des Hamburger Verkehrsverbundes denkbar? Diesen Gedanken in Anlehnung an den früheren Linienbetrieb der Alsterschiffe bis 1982 hat die CDU Hamburg-Nord jetzt in einem Prüfantrag formuliert, dem der Hauptausschuss Hamburg-Nord einstimmig gefolgt ist.

ÖPNV-Ergänzung

Die Hamburger Regierung wird darin gebeten zu prüfen, „ob eine Ausweitung des Linienverkehrs auf der Außenalster eine sinnvolle und positive Ergänzung des ÖPNV-Angebots darstellen könnte“. Angesichts der immer größer werdenden Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln hat die CDU diesen Antrag eingebracht, insbesondere um Winterhude besser mit der Innenstadt zu verbinden. „Zahlreiche Menschen aus alsternahen Stadtteilen wünschen sich eine Ausweitung der Alsterschifffahrt als Ergänzung zu Verbindungen des ÖPNV“, hat der Bezirksabgeordnete Christoph Ploß (CDU) festgestellt.
Diese Erfahrung hat auch Matthias Kruse gemacht, der Vorsitzende des Vereins „Alsterdampfschiffahrt e.V.“, der mit dem Dampfer „St. Georg“ Alsterrundfahrten veranstaltet. „Wen Sie auch fragen, alle wollen die Alsterschiffe wieder im Linienverkehr zu HVV-Preisen“, behauptet Kruse sogar. Der Alsterkapitän kämpft seit 30 Jahren für die Wiedereinführung des Linienverkehrs als „normales“ HVV-Verkehrsmittel. Seit 1983 wird die Alsterschifffahrt von der Alster-Touristik GmbH betrieben, die den Betrieb auf der Alster seitdem touristisch ausgebaut hat.

„Wen Sie auch fragen, alle wollen die Alsterschiffe wieder im Linienverkehr zu HVV-Preisen“ , Matthias Kruse

Einen regelmäßigen Fahrbetrieb von Anleger zu Anleger gibt es zwar nach wie vor, doch als „Alsterkreuzfahrt“ zu stolzen, eben auf Touristen abzielenden Preisen, stündlich nur in der Zeit von 10 bis 17 Uhr. Die Fahrt von einem Anleger zum nächsten kostet 1,70 Euro. Wer vom Jungfernstieg zum Anleger Mühlenkamp in Uhlenhorst fährt (fünf Stationen), ist 8,50 Euro los, zum Winterhuder Fährhaus (acht Stationen) kostet es 13,60 Euro. Nur für Hamburger mit gut gefülltem Portemonnaie eine Ergänzung zum ÖPNV.

Querverbindung über die Alster

Auch Matthias Kruse glaubt, dass Alsterschiffe im ÖPNV-Liniendienst besonders den Eppendorfern an der Grenze zu Winterhude, aber auch den Uhlenhorstern nützen würden, die teilweise schlecht an Schnellbahnen angebunden sind. Schließlich wäre auch eine Querverbindung über die Alster von Vorteil. Für die Alster Touristik GmbH (ATG) und die Verkehrsbehörde sind Gedankenspiele über eine Veränderung der Alsterschifffahrt kein Thema. Die Alsterschifffahrt könne zu HVV-Preisen nicht kostendeckend betrieben werden, heißt es vonseiten der ATG. „ÖPNV ist nie kostendeckend“, kontert Matthias Kruse. Der Vorsitzende des Vereins Alsterdampfschifffahrt hält eine Neuauflage der alten Linienfahrt für möglich, aber nur mit neuen Betreibern. „Man muss das alles ganz neu denken“, sagt er ohne konkret werden zu wollen.
Die Verkehrsbehörde wird am Ende der Woche zu der Beschlussempfehlung aus Hamburg-Nord Stellung nehmen.

Diese Anlegestationen wurden bis 1982 vom ÖPNV im Linienschiffsverkehr genutzt: Jungfernstieg, Atlantic/Meridien, Rabenstraße, Uhlenhorster Fährhaus, Fährdamm, Mühlenkamp, Krugkoppelbrücke, Streekbrücke, Winterhuder Fährhaus, Bachstraße, Saarlandstraße, Fährdamm
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