Sanierung des Planetariums scheint sicher

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Das Planetarium im Stadtpark könnte jetzt endlich saniert werden. Geplant ist auch der Ausbau des bislang ungenutzten Sockelgeschosses. Foto: Tim Florian Horn
 
Hält sich bedeckt zu den Sanierungsplänen: Planetariumsdirektor Thomas W. Kraupe. Foto: Frank-Michael Arndt

Pläne liegen seit fünf Jahren in der Schublade

Bezirk Nord/Winterhude. Die Sanierung des Planetariums für mehrere Millionen Euro scheint so gut wie sicher: Rund 5,6 Millionen Euro könnten dafür bereitgestellt werden, kündigte die SPD-Bürgerschaftsfraktion vergangene Woche an. Grundsätzlich befürworten alle Fraktionen in der Bürgerschaft und Bezirksversammlung Nord die Sanierung der maroden Dachkuppel und den Ausbau des ungenutzten Sockelgeschosses, in dem dringend benötigte weitere Räume entstehen sollen.  
„Wir freuen uns, wenn das Gebäude endlich die nötigen Verbesserungen bekommt! Toll, dass alle Parteien sich nun dafür einsetzen!“, hieß es am Montag vergangener Woche vom Planetarium auf dessen Facebookseite. Sonst war vom Planetarium aber nicht viel zu erfahren: Direktor Thomas W. Kraupe war trotz mehrfacher Nachfrage für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Für die Dachsanierung und den Sockelausbau seien rund 5,7 Millionen Euro beantragt, bestätigte die Kulturbehörde. Zudem habe der Bund rund 400.000 Euro bewilligt. „Es sind immer wieder Probleme mit dem undichten Dach aufgetreten. Die letzte vollständige Dachsanierung wurde vor 40 Jahren durchgeführt, so dass nun eine Grundsanierung notwendig wurde“, so Pressesprecher Enno Isermann. Durch den geplanten Sockelausbau könne das Planetarium sein Angebot deutlich ausweiten.

Gelder für Sanierung wurden jetzt in Aussicht gestellt

Auf voraussichtlich über 1000 Quadratmetern sollen Gastronomie, Verkaufsfläche, ein Seminarraum, Mitarbeiterbüros und Funktionsräume entstehen. Erste Maßnahmen könnten schon Ende des Jahres erfolgen. Während der mehrere Monate dauernden Bauphase werde das Planetarium wohl zeitweise auch ganz geschlossen.
Auch in der Kommunalpolitik kam die Nachricht gut an: Jubel bei der SPD im Bezirk Nord steht verhaltene Freude bei der CDU gegenüber, die den Baubeginn erst einmal abwarten will.
„Der Ausbau des Sockels ist eine tolle Idee, die dem Baudenkmal und den Besuchern zugute kommt“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Domres. Die SPD vor Ort fordere dies schon seit fünf Jahren. „Wir haben erst für den Erhalt des Planetariums im Stadtteil gekämpft und dann versucht, dem Planetarium mit einem Gutachten eine neue Perspektive zu geben“, so Domres.
Um Möglichkeiten auszuloten, das Sternentheater am angestammten Standort zu stärken, hatte die Bezirksversammlung 2007 ein Gutachten beauftragt, das die Schaffung neuer Räume im Sockelgeschoss empfahl. Auch eine Verlagerung des Planetariums in die Hafencity war in der Vergangenheit diskutiert, dann aber verworfen worden.
„Wir halten Jubel für verfrüht, weil es erst einmal umgesetzt werden muss“, sagte Markus Gronau, kulturpolitischer Sprecher der Christdemokraten im Bezirk Nord. „Das ist auch alles nichts Neues, sondern die Wiederholung einer Initiative der CDU.“ Die vorige Regierungskoalition aus CDU und GAL habe dafür gesorgt, dass ein Großteil der jetzt in Aussicht gestellten Mittel bereits in den Haushalt eingestellt worden sei. „Es ist schon komisch, wenn die SPD sich jetzt mit den 5 Millionen brüstet, wo 4,5 Millionen schon im Haushaltsplan 2011/12 drin waren“, findet Gronau.
Nach Angaben der SPD-Bürgerschaftsfraktion dagegen sollen die Mittel aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020 stammen, der 2011 aufgelegt worden war. 4,5 Millionen Euro der Gesamtsumme sollten für den Sockelausbau und 1,178 Millionen für die Sanierung der Kuppel fließen. Einen entsprechenden Antrag wollen die Sozialdemokraten auf der Bürgerschaftssitzung am 24./ 25. Oktober stellen. CDU, FDP und Grüne in der Bürgerschaft erklärten auf Anfrage der Presseagentur dpa, die Sanierung grundsätzlich zu unterstützen. Den Bundeszuschuss für die Sanierung hatte der Eimsbütteler CDU-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse nach seinen Angaben aus dem bundesweiten Denkmalschutz-Sonderprogramm erwirkt.
Das Planetarium besuchen pro Jahr laut Pressesprecher Stephan Fichtner regelmäßig über 300.000 Menschen, bis zu 250 Besucher kämen pro Vorstellung. (ag)
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