„Schlaf wird da zur Nebensache“

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Uwe Mamminga hat den Beinahe-Crash überstanden: Das Landhaus Walter bleibt sein „Baby“ Foto: Haas
 
Das Flugzeugwrack gehört weiter zum Inventar Foto: Haas

Wie Blues- und Rockveranstalter Mamminga sein „Baby“, das Landhaus Walter, rettete. Und was neu ist

Winterhude Ab Sommer 2012 stand das Landhaus Walter zum Verkauf. Es folgten dubiose Verträge mit anonymen Interessenten. Die hätten das Traditionslokal im Stadtpark fast in die Insolvenz getrieben. Doch Ende 2013 konnte Uwe Amandus Mamminga, 62, die über 18 Monate drohende Pleite abwenden. Schließlich war das Landhaus Walter von Anfang an sein „Baby“. Dafür hatte er seine gut gehende Werbeagentur 1996 aufgegeben. Eine nervenzehrende Zeit sei jetzt ausgestanden – von Gästen und Fans seines Downtown Bluesclub unbemerkt. „Das Haus war richtig am Boden. Aber bei laufendem Betrieb haben die Besucher unser Drama gar nicht richtig mitbekommen,“ erklärt Mamminga. Inzwischen konnte er Artjem Feldser als Kompagnon gewinnen, nachdem seine beiden früheren Mitbetreiber sich in den Ruhestand verabschiedeten. „Aber ich bin ja kein Rentnertyp.“ Also investierte der mehrfach ausgezeichnete Hamburger Musikveranstalter sämtliche Ersparnisse in die Rettung seines Babys und mit ihm der Arbeitsplätze seiner 40 Stammkräfte. Im Sommer beschäftigt er bis zu 40 zusätzliche Mitarbeiter. Das Landhaus Walter, der legendäre Downtown Bluesclub und die Duckstein Lounge firmieren jetzt als „Eventcenter Hamburg“, das wieder auf Erfolgskurs segelt – nach dem seit knapp 20 Jahren bewährten Rezept: Das ganzjährig geöffnete Lokal an der Otto-Wels-Straße bietet der feinen Gesellschaft die Location für Feiern, zudem im Sommer den lauschigen Biergarten und einen Open air-Treff für Fans aller Art: zu Musik-Events ebenso wie fürs Public Viewing bei Fußball-Ereignissen oder zu den sechs großen Sportspaß-Partys pro Jahr. Auch der Downtown Blues Club bleibt Hamburg als kulturelle Institution hier erhalten: Neben bekannten Musikern bekommen vielversprechende Newcomer regelmäßig ihre Chance zum Live-Auftritt.

Auch Techno-Pop


Neu ist das „Walterchen“ mit Beach Club auf dem Gelände hinter dem charmanten und über 100-jährigen Fritz-Schumacher-Bau „Walter“ anstelle der legendären „El Ray Lounge Bar“, Mammingas Hommage an den Film „From Dusk Till Dawn“. Das Flugzeug-Wrack neben dem denkmalgeschützten ehemaligen Klohäuschen durfte bleiben. „Blues-Papst“ Mamminga hätte dazu eine Menge Geschichten auf Lager. Ebenso zum Downtown Bluesclub, den er schon in einem inzwischen abgerissenen Eckhaus in der Gertigstraße gegründet hatte und vor knapp 20 Jahren ins Landhaus Walter mitnahm.
Neu sind auch Techno-Pop-Partys im Landhaus Walter. Obwohl er sich in Blues, Rock ‚n‘ Roll und Jazz eher heimisch fühlt, gibt der unter Musikern gerühmte Promoter auch anderen Musikstilen eine Chance. In der Hamburger Szene gilt Mamminga als „dienstältester“ Blues- und Rock-Veranstalter. Seit knapp vier Jahrzehnten ist der Musikmanager aktiv. Seine Künstler bucht er nicht im Büro, sondern im direkten persönlichen Kontakt. Auch ihre Auftritte begleitet er persönlich. Seine Arbeitstage dauern deshalb oft von morgens 8 Uhr bis 2 Uhr nachts. „Schlaf wird da irgendwann zur Nebensache.“ sagt Mamminga lächelnd. „Aber es gibt ja auch positiven Stress: Wenn man etwas gerne macht.“ Sein Organisationstalent und seine Power sind bis heute ungebrochen. Das Programm bis Anfang März 2016 steht schon. Die nächste große Feier auch: Die Hamburger Blues-Legende Abi Wallenstein wird am 7. Dezember 70 Jahre alt, und das wird öffentlich gefeiert: selbstverständlich mit Live-Musik vieler Lokalgrößen im Downtown Bluesclub. (wh)

Info: www.eventcenter-hamburg.de
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