Schlaue Eppendorfer

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Lars Rokita (18) und sein Hightech-Thermometer, das bis auf fünf Hunderttausendstel Grad Celsius genau misstFoto: wb

Erfolgreich bei „Jugend forscht“ mit Kaugummi-Erkenntnis

Von Christian Hanke
Eppendorf. Was die Werbung alles so glauben macht! Friedrich Kliebenstein und Vincent Keyaniyan (beide 17), Schüler des Gymnasiums Eppendorf, wollten nicht glauben, dass spezielles Zahnpflegekaugummi Karies verhindert. Sie stießen bei ihren Nachforschungen auf den Zuckeralkohol Xylitol, der den Zahnpflegekaugummis beigemischt wurde, weil er angeblich säurebildende Bakterien im Mund abtötet. Tut er auch, haben Friedrich und Vincent im Universitätsklinikum Eppendorf herausgefunden, aber die Wirkung des Zuckeralkohols ist sehr gering. „Das mit Xylitol angereicherte Kaugummi ersetzt die herkömmliche Zahnpflege nicht. Man sollte trotzdem Zähne putzen“, resümiert Friedrich Kliebenstein.
Mit ihrer Forschungsarbeit gewannen sie den ersten Platz im Bereich Chemie beim Wettbewerb Jugend forscht und durften am Wochenende somit zur Endausscheidung in Leverkusen fahren. Unter 200 Schülerinnen und Schüler, die 108 Arbeiten präsentierten, reichte es zwar nicht zu einer Platzierung, aber der Wettbewerb im Fußballstadion von Bayer Leverkusen war so beeindruckend, dass sich die Einladung für die beiden Eppendorfer trotzdem gelohnt hat. „Das war schon sehr aufregend, auch die Bildungsministerin einmal zu erleben. Außerdem konnten wir viele Kontakte zu anderen Wettbewerbsteilnehmern knüpfen“, schwärmte Friedrich Kliebenstein.
Ebenfalls dabei war der achtzehnjährige Lars Rokita. Der Student der Universität Hamburg belegte den dritten Platz im Bereich Physik mit einer hochgenauen Temperaturmessung mittels Laserinterferometrie. Rokita, der sich seit zwei Jahren mit Temperaturmessungen beschäftigt, hatte den Ehrgeiz entwickelt, die Genauigkeit eines Quecksilberthermometers zu verbesserrn, das nur bis auf ein Zehntelgrad genau messen kann. Mithilfe eines Lasersystems, das den minimalen Aufwärtshub eines Spiegels erfassen kann, der auf einer Wasseroberfläche schwimmt und bei Erwärmung wegen der Ausdehnung des erwärmten Wassers leicht aufsteigt, hat Rokita ein Hightech-Thermometer entwickelt, das Temperaturen bis auf fünf Hunderttausendstel Grad Celsius genau messen kann. Für seine Arbeiten konnte er noch als Schüler ein dreimonatiges Forschungsprojekt an der Universität nutzen.
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