Schlecht geplant – jetzt abgerissen

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Wer hat diesen unlogischen Radweg geplant? Romy Schult ärgert sich über die Verkehrsbehörde Fotos: mdt

Verkehrsteilnehmer blockieren sich – Radweg Hoheluft wird wieder abgerissen

Von Marco Dittmer
Hoheluft
Wieder eine Baustelle am Grindelberg, wieder Straßensperrungen, Staus. Erst Anfang des Jahres wurde an der Kreuzung Grindelberg Ecke Isestraße ein Radweg erneuert. Nun wird an der gleichen Stelle gebaut – genauer gesagt: zurückgebaut. Denn der neue Radweg ist beim Praxistest glatt durchgefallen. Das könnte ein Fall für den Bund der Steuerzahler werden: Nur wenige Wochen nachdem an der Kreuzung Grindelberg/Isestraße ein zweispuriger Radweg gebaut wurde, reißen Bagger diesen schon wieder ab. Die neue Neugestaltung sieht dann wieder aus wie der alte Weg. Der Grund: Autofahrer, die aus der Isestraße auf den Grindelberg fahren, blockierten permanent den Fahrradweg (das Wochenblatt berichtete). Zudem versperrte auch ein massiver Brückenpfeiler des U-Bahn-Viadukts die Sicht auf den neuen Radweg. Weil er gefährlich und unpraktisch war, musste er nun weg.

Behörde sieht keine Fehler

Romy Schult fährt jeden Tag mit dem Rad an der Stelle vorbei, um ihre Tochter zu pflegen. „Wer hat das überhaupt geplant“, fragt die 74-Jährige. Dass der zweispurige Radweg nicht funktioniert, hätte schon bei den Planungen auffallen müssen, so die Rentnerin. Denn die Planer hätten auf die Idee kommen können, dass Rechtsabbieger in den Grindelberg erst auf eine Lücke im Verkehr warten. Dass sie dabei auf dem Radstreifen stehen, war für Schult von Anfang an klar.
Die Verkehrsbehörde will von Planungsfehlern nichts wissen. Im Gegenteil: „Wir halten die Anpassung nicht für einen Fehler, sondern für eine gute Entscheidung auf Basis der aktuellen Erkenntnisse vor Ort“, sagt eine Sprecherin der Behörde. In einer weiteren Mitteilung ist sogar von „einer technisch und rechtlich einwandfreien Verkehrsführung“ und „Verkehrsteilnehmer hätten den Umbau nicht so angenommen wie beabsichtigt“ die Rede. Die Kosten können laut Behörde noch nicht benannt werden. Für das gesamte Projekt (von der Hoheluftbrücke bis zur Hallerstraße) sind 1,58 Millionen Euro veranschlagt.

Gut gemeint

Dabei fing alles so gut an. Der Radweg nahe der U-Bahn-Station Hoheluft hätte zum Vorzeigeprojekt in Sachen Fahrradstadt werden können. Verkehrsexperten schauten sich an der Stelle genau an, wie Radfahrer Richtung Isestraße wirklich fahren. Die nehmen nämlich nicht den vorgeschriebenen Umweg über die Schlankreye, sondern fahren in den Gegenverkehr bis zur Isestraße. Auf dem zweispurigen Radweg unter der U-Bahn-Brücke, sollten sie sicher in die Isestraße fahren. Diesmal hatte man die Autofahrer nicht auf dem Plan.

Lesen Sie auch: Wer versteht den neuen zweispurigen Radweg an der Isestraße?
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