Schöne Begrüßung in Hamburg

Anzeige
Zwei Genussmenschen haben sich gefunden: „Greeterin“ Hanne Kottmann (r.) zeigt Melanie den Isemarkt Foto: Anika Batschi

„Greeterin“ Hanne Kottmann zeigt Gästen ihren Stadtteil

Von Anika Batschi
Hamburg. „Willkommen in Hamburg, Melanie!“, begrüßt Hanne Kottmann ihren heutigen Gast. Die 63-Jährige hat sich an diesem sonnigen Dienstagmorgen mit Melanie verabredet, die mehrere Jahre in New York gelebt hat und gerade wieder zurück in ihre Heimatstadt Hamburg gezogen ist.
Gemeinsam wollen sie einen Spaziergang durch Harvestehude und Eppendorf machen. Da Melanie diese Stadtteile noch nicht kennt und gerne mehr darüber erfahren würde, hat sie sich zu einem sogenannten „Greet“ mit dem Thema Genuss angemeldet. Bei dieser kostenlosen Führung zeigt die ehrenamtliche „Greeterin“ Hanne ihr nicht nur den Wochenmarkt in der Isestraße mit seinen kulinarischen und sonstigen Highlights, sondern auch interessante Geschäfte und persönliche Geheim-Tipps in den umliegenden Straßen.
„Ich glaube, es gibt nichts, was man auf dem Isemarkt nicht bekommt“, erklärt Hanne zu Beginn ihres Rundgangs. Schnell wird klar, was sie meint: Von Obst und Gemüse aus den Vierlanden über Blumen und Gewürze bis hin zu Mützen und Schals aus bunter Wolle gibt es an jedem Marktstand etwas Neues zu entdecken. Ein Stand bietet sogar kunstvolle Gemälde zum Verkauf.
Von einem Händler, neben dem ein Plakat mit der Aufschrift ‚Heide Cuisine‘ steht, kosten Hanne und Melanie Heideblütensirup. Ein paar Schritte weiter können sie am Stand einer kleinen Hamburger Rösterei äthiopischen Kaffee mit Fruchtaromen probieren. Da es auf dem gut besuchten Markt schnell eng wird, wenden sich Hanne und ihre Begleitung danach den umliegenden Straßen zu.
„Der Name Eppendorf leitet sich wahrscheinlich von dem altdeutschen Wort ‚epen‘ ab“, erklärt die Greeterin, während sie auf einer Brücke über einen Kanal spazieren. „Das bedeutet ‚am Wasser gelegen‘.“ Daten und geschichtliche Fakten stehen bei den Hamburg-Greetern nicht im Vordergrund, aber ein paar Hintergrundinformationen und Anekdoten gehören auch zu Hannes Tour.
Die gebürtige Ulmerin, die schon ein Jahrzehnt in der Hansestadt lebt, engagiert sich seit bald zwei Jahren ehrenamtlich für den Verein. Sie ist keine ausgebildete Stadtführerin, sondern bietet Besuchern persönliche Treffen an – so, wie man es mit Freunden handhabt.
„Es geht um Begegnungen und darum, seinen Stadtteil so zu zeigen, wie man ihn selbst erlebt. Das Schöne daran ist, dass es menscheln darf und man die Tour individuell gestalten kann“, sagt sie.
Hanne schätzt dabei besonders den Kontakt mit Leuten aus aller Welt. Die Idee dieser besonderen Art der Stadtführungen entstand in Amerika, wird aber auch in vielen deutschen und europäischen Städten bereits umgesetzt.
Schließlich kehren Hanne und Melanie im „Kaufrausch“ ein, um sich im Café des kleinen Kaufhauses bei einer Tasse Kaffee aufzuwärmen.
„Mein Greet hat mir sehr gut gefallen. Ich habe viel Neues kennengelernt und leckere Sachen gefunden“, resümiert Melanie.

Mehr Informationen zu den Hamburg-Greetern findet man auf:
hamburg-greeter.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige