Schreckgespenst Linie 15

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Dorothee Gutschmidt will keine Haltstelle vor der TürFoto: nk

Nadelöhr Poelchaukamp

Winterhude. Nach dem Fiasko bei der Planungswerkstatt Mühlenkamp geht noch immer das Schreckgespenst Metrobuslinie 15 um. Dient die geplante Busstellenverlegung der Haltestelle Gertigstraße nur als Vorbereitung für den Metrobus? Auf der Planungswerkstatt sickerte durch, dass die geplante Metrobuslinie 15 doch nicht vom Tisch sei. Das peitschte die Stimmung hoch; Raum für Spekulationen wurde Tür und Tor geöffnet. Eigentlich sollte der Mühlenkamp verschönert, nicht verschandelt werden. Doch genau dieses Gefühl macht sich jetzt bei den Gewerbetreibenden breit. Denn wenn die geplante Bushaltestellenverlegung wirklich kommen sollte, dann fürchten sie um ihre Existenz. Davon ist auch Dorothee Gutschmidt, Inhaberin eines Blumenfachgeschäftes, betroffen. Sie kann nicht nachvollziehen, dass an der schmalsten Stelle des Gehweges auf dem Mühlenkamp eine Bushaltestelle gebaut werden soll. Kommt die Haltestelle, dann verliert die Geschäftsfrau durch die Einstiegszonen ihre Außen-Verkaufsflächen. Daher bringt sie eine ganz andere Idee ins Spiel. Warum nicht doch noch einmal den Gedanken, an eine Verbindung mit den Alsterschiffen, aufgreifen? Anleger sind vorhanden. Und Geschäftsfrau Dorothee Gutschmidt ist der festen Überzeugung, „dass viele Fahrgäste auf das Schiff umsteigen würden, würden diese an das HVV-Ticket-Preis-System gekoppelt werden und auch in kürzeren Abständen fahren“.
Bernd Kroll von der Bürgerinitiative Unser Mühlenkamp steht den Plänen und der möglichen Metrobuslinie 15 skeptisch gegenüber: „Eine den Mühlenkamp querende Busverbindung würde den Verkehr, insbesondere den Busverkehr im Mühlenkamp, endgültig zum Erliegen bringen.“ Schon heute sei der Poelchaukamp ein Nadelöhr, da er die einzige relevante Zufahrt zur Krugkoppelbrücke ist. Eine Buslinie im Poelchaukamp wäre nur mit einem absoluten Halteverbot in der Straße Poelchaukamp umsetzbar, was für die meisten Gewerbetreibenden im Poelchaukamp die Existenz gefährden oder den Ruin bedeutet würde. Sie schlagen stattdessen vor: „Wenn man eine Verlängerung der Buslinie haben möchte, so müsste diese über Maria-Louisen-Straße – Dorotheenstraße – Krohnskamp – Wiesendamm geführt werden.“
VHH: „Bedarf ist da“
Die Gertigstraße und Hans Henny-Jahn-Weg müssten zudem zu Einbahnstraßen werden. Weiter bezweifelt die Bürgerinitiative, dass es überhaupt einen entsprechenden Bedarf in diesem Straßenzug für eine weitere Buslinie gibt. Der Bedarf sei da, so Martin Beckmann, Sprecher der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH). In zehn Jahren sollen die Fahrgastzahlen zwischen 20 und 30 Prozent im Vergleich zu heute gestiegen sein. Das macht den Ausbau von stabilen Routen und einer engen Taktung notwendig. Darum auch ein Busbeschleunigungsprogramm. Und um die Bedürfnisse der Fahrgäste zu befriedigen, müssten vor allen Dingen größere Busse her. Aber konkret sei noch gar nichts, so Beckmann zum Thema Linie 15 weiter. Denn bevor das Nadelöhr Poelchaukamp/Mühlenkamp/Gertigstraße nicht „entschärft“ werde, machten Planungen keinen Sinn. Doch das könnte sich bereits Mitte 2014 ändern. Beckmann: „Von auf Eis gelegten Plänen kann keine Rede sein.“ Zustimmung bekommt Beckmann auch vom verkehrspolitischen Sprecher des ADAC, Carsten Willms: „Die Verlegung der Bushaltestelle macht aus unserer Sicht Sinn. Es gibt keine ‚Best of‘-Lösung, es ist immer ein Kompromiss.“ Doch räumt der Sprecher ein, dass dem ADAC nur die ersten Planungen vorliegen würden.
Die Planungswerkstatt war auch ein heiß diskutiertes Thema im Regionalausschuss am Montag. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe des WochenBlattes. (nk)
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