Schüler auf dem „Höllentrip“

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Haben sich auf eine „Höllenwanderung“ eingelassen: Emily (links) und 15 weitere Schüler der Winterhuder Reformschule zeigen bald ihre Straßenperformance Foto: Busse

„Herausforderung Kultur“ an der Winterhuder Reformschule: Straßenperformance mit Stelzen

Winterhude Sie gehen durch die Hölle, die 16 Schülerinnen und Schüler der Winterhuder Reformschule: Während ihre Mitschüler eine Pilgertour auf dem Jakobsweg bevorzugen, durch Norwegen wandern, auf einem Bauernhof mit anpacken oder einen Bach renaturieren, zieht es sie mehr in die kreativen Abgründe der Phantasie: „Höllenwanderung“ ist dieses Mal das Motto der Herausforderung Kultur, bei dem sie in drei Wochen eine eigene Straßenperformance entwickeln. Dazu arbeiten sie unter Anleitung von Stelzenkünstlerin Bettina Eichblatt und unter Koordination des Goldbekhauses an dem Bau eigener Figuren und an infernalischen Kostümen für die Wesen aus der Hölle, in denen sie zum Ende des Projekts öffentliche Aufführungen zu bewältigen haben werden. Emily (13) ist eine von drei Jugendlichen, die sich dabei hoch hinaus wagen: Auf 60 Zentimeter hohen Stelzen traut sie sich bereits, einige Übungsrunden auf dem Schulhof an der Meerweinstraße zu drehen. Dabei sind die Holzstelzen fest mit ihren Beinen verbunden, verdeckt von einem fast bodenlangen, weiten Rock, den sie selbst genäht hat. „Am Anfang wackelt es sehr, aber man wird schnell sicherer. Nur bei Wind ist es schwieriger“, berichtet Emily. Aber auch für den Fall eines Falles hat die Hamburger Stelzenkünstlerin Eichblatt mit den Jugendlichen Techniken geübt, die den Sturz abmildern sollen. Die ausgebildete Pädagogin, die sich in Tanz und Modedesign weitergebildet hat, begeistert selbst immer wieder in schwindelerregender Höhe und phantastischen Kostümen ihr Publikum. Mit der „Höllenwanderung“ begleitet sie bereits zum vierten Mal eine Herausforderung an der Winterhuder Reformschule, eine besondere, dreiwöchige Unterrichtsphase in der Stufe 8-10, in der die Schüler sich erproben und Leistungen erbringen, auf die sie stolz sein können. In den Projekträumen nehmen die schaurig-schönen Kostüme und Masken von Dämonen, Hexen, Schattenwesen und weiteren furchteinflößenden Kreaturen weiter Form an. Es werden Stoffe zugeschnitten und genäht, aus Schaumstoff, Kleber und Farbe wachsen orangerote Hörner, riesige schwarze Spinnenbeine und filigrane Flügel. Clara (15) hat gerade die letzten glutroten „Flammen“ auf ihren weiten Umhang geklebt, der ihr als „Feuervogel“ - dem Haustier des Teufels, wie sie erklärt - Flügel verleihen soll. Für den Auftritt am nächsten Wochenende hat sie sich noch etwas ganz Besonderes ausgedacht, sie will die Zuschauer mit echten Flammen beeindrucken. Bettina Eichblatt übt dazu mit ihr den Umgang mit sogenannten Feuerfächern, die den Feuervogel effektvoll in Szene setzen. Auch Emily freut sich schon darauf, als „schwarzer Engel“ das Publikum erschaudern zu lassen. Die gemeinsamen „Höllenwanderungen“ als Abschluss der Herausforderung finden statt auf dem Kulturflohmarkt am Museum der Arbeit am Sonnabend, 19. September, um 12 Uhr und im Stadtpark im Rahmen von „Winterhude leuchtet“ am Sonntag, 27. September. (cb)
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