Schüler lernen im Container

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Dieser rote Container steht jetzt auf einem Schulhof der Schule St. Nikolai Fotos: Hanke

Vierzügige Grundschule St. Nikolai muss wegen Platzmangels improvisieren

Hamburg. Auf dem südlichen Schulhof der Schule St. Nikolai ist jetzt ein knallroter Container aufgestellt worden. Der Grund ist Raumnot wie an vielen Schulen, hier bedingt durch eine Erweiterung der Eppendorfer Grundschule, die nun vier- statt bisher zweizügig gefahren wird. Somit werden zwei zusätzliche Klassenräume für die Schulanfänger gebraucht.
Die Grundschule, deren Platz womöglich in einigen Jahren erheblich eingeschränkt wird (wir berichteten), erweitert sich nun erstmal und muss provisorische Unterbringungsmöglichkeiten schaffen. Einen Plan für einen Erweiterungsbau gibt es auch. Er könnte sofort umgesetzt werden. Doch bis eine Entscheidung über die Zukunft des Geländes getroffen worden ist, liegt der Plan auf Eis. Absurd, finden die meisten Eltern. Eine Schule, die erweitert werden müsste, wird womöglich verkleinert. Und erst einmal provisorisch vergrößert.
Wechselbad der Gefühle, das an den Nerven zerrt. Die Frage ist: Wohin geht es mit der Schule St. Nikolai? Gegen einen geplanten Schulabriss haben Eltern und Kinder in den vergangenen Wochen schon mehrfach protestiert (das Wochenblatt berichtete). Laut Elternrat der Schule liegt auf den Frei-und Bewegungsflächen ein besonderes Augenmerk, da die Kinder „bei fast achtstündigen Unterricht und weiteren Betreuungszeiten täglich bis zu elf Stunden auf dem Gelände sind“. Einschätzung des Elternrats: „Anstatt differenzierte Pausen- und Freiflächen zu bieten, stellt der Entwurf jedem Kind mit insgesamt etwa vier Quadratmetern gerade so viel Platz zur Verfügung wie einem Huhn in Freilandhaltung.“
Auch sieben der 14 Mitglieder des Planungsbeirats aus Kommunalpolitikern und Vertretern des Stadtteils lehnen das Vorhaben ab. „Wenn sich auf der verbleibenden Schulhoffläche 100 Kinder aufhalten, ist die Fläche gefüllt“, hat Norbert Kurzhals, Vertreter der Kirchengemeinde St. Martinus im Planungsbeirat, beobachtet. Die vierzügige Schule St. Nikolai werden aber rund 460 Kinder besuchen. Da der geplante Schulneubau wegen der erheblichen Verringerung der Gesamtfläche für die Schule bis zu fünf Stockwerke hoch sein würde, befürchten Elternrat und Kritiker aus dem Planungsbeirat viel Lärm, da die Gebäude wie ein Trichter wirken würden. (ch)
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