Schulpläne für Flüchtlinge an der Osterfeldstraße

Anzeige
Peter Heine, Leiter der Stadtteilschule Eppendorf, muss schon seit einigen Jahren mit Containern auf dem Schulhof leben. Zusätzliche Flüchtlingskinder unterzubringen wird für ihn schwierig Foto: Hanke

Anfang 2017 werden rund 360 Kinder aus geflüchteten Familien eingeschult. Ausschuss plant im Sommer weiter

Eppendorf An der Osterfeldstraße sollen Flüchtlinge in 480 neue Wohnungen einziehen. Anfang 2017 werden die Unterkünfte voraussichtlich fertiggestellt sein. Von den vermuteten 2.400 Neu-Eppendorfern werden nach Schätzungen der Schulbehörde rund 15 Prozent Kinder im schulpflichtigen Alter sein. Wie diese wo beschult werden, ist noch weitgehend unklar. Der Schulbehörde fehlen noch wichtige Eckdaten: Wie viele werden es wirklich? Aus welchen Ländern und aus welchen Einrichtungen kommen die neuen Schüler? Das erläuterte Bernd Thiemann, der Aufsichtsbeamte für allgemeinbildende Schulen im Bezirk Hamburg-Nord, im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Zwei Statements konnte er allerdings schon geben: „Wir werden keine neuen Schulen nur für Flüchtlingskinder bauen. Wir gucken auch über die Stadtteilgrenzen hinaus, um die Kinder auf möglichst viele Schulen zu verteilen. Das fördert die Integration.“ Kinder im Grundschulalter dürfen allerdings keinen längeren Schulweg als zwei Kilometer haben. Wie gut, dass Eppendorf und Hoheluft-Ost über vier Grundschulen verfügen, die nicht allzu weit voneinander entfernt sind, und dass eine Winterhuder Grundschule ganz nah an der Eppendorfer Grenze liegt.

Einschulung mitten im Schuljahr


Ältere Schülerinnen und Schüler dürfen einen Schulweg von 30 bis 35 Minuten haben. Ob alle schulpflichtigen Kinder in den in Frage kommenden Schulen sofort unterrichtet werden können, voraussichtlich Anfang 2017, also mitten im Schuljahr, konnte Bernd Thiemann nicht zusagen. In den Basis-Vorbereitungsklassen für Flüchtlingskinder ohne Deutschkenntnisse arbeiten nur Lehrer, die auf Deutsch als Fremdsprache spezialisiert sind, versicherte Thiemann. Vergleiche mit anderen Bundesländern seien äußerst schwierig, da die Voraussetzungen sehr voneinander abweichen. Der SPD-Abgeordnete Martin Badel schlug vor, im Notfall Busse für den Schultransport der Flüchtlingskinder einzusetzen. Kosten dürften dabei keine Rolle spielen. Der Ausschuss verabredete, das Thema vor der Sommerpause zu besprechen, da zu diesem Zeitpunkt weitere Erkenntnisse vorliegen. Ein halbes Jahr später könnten die ersten Eppendorfer Flüchtlingskinder eingeschult werden. Dann rückt die „große Herausforderung“, von der Thiemann mehrfach sprach, immer näher. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige