Schumachers Köstlichkeiten

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Die „Bucht“ ist die derzeit coolste Location im Stadtpark für abendliche Longdrinks und Cocktails. Beliebt ist hier aber auch das Brunchen an Wochenenden

Stadtpark-Serie,10. Teil: Ob Biergarten, Bucht oder Sommerterrassen – das Gastro-Angebot ist groß

Von Holger Hollmann
Als Fritz Schumacher und Ferdinand Sperber in den Jahren vor der Eröffnung des Stadtparks 1914 die riesige Anlage mit fast 150 Hektar Fläche aufteilten und planten, reservierten sie auch mehrere Plätze, an denen die Parkbesucher einkehren und sich mit Essen und Trinken versorgen sollten. Bis heute hat sich das kulinarische Angebot zwar stark gewandelt, doch einige Angebote sorgen seit fast einem Jahrhundert für Kontinuität.
Das gastronomische Netzwerk des größten Hamburger Volksparks umfasste in den ersten Jahrzehnten auch eines der größten Restaurants der Stadt: Am Haupteingang des Parks, wo heute das runde Becken für Modellboot-Fans steht, erbaute Schumacher die Stadthalle, die drinnen in aufwendig gestalteten Räumen und draußen auf einer großzügigen Terrassenanlage am Stadtparksee insgesamt bis zu 14.000 Sitzplätze bot. Neben dem klassischen Café-Betrieb, der vor allem im Sommerhalbjahr für Umsatz sorgte, gab es einen großen Saal, in dem der erste Pächter Wilhelm Burmeister außerdem Orchester spielen ließ oder Bälle und Feste veranstaltete. Der prächtige Rotklinkerbau, dessen Fertigstellung sich wegen des Ersten Weltkriegs von 1912 bis 1924 hinzog, wurde allerdings schon 1943 ein Opfer der britischen Fliegerbomben und wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs Anfang der 50er-Jahre ganz abgerissen.
Heute erinnert „Schumachers Biergarten“ am Südring durch seinen Namen und Standort an die alte Stadthalle und ihren Architekten. Das „Schumachers“ hat sich Ende der 1990er-Jahre im oberen Teil des Stadtpark-Freibades etabliert und nutzt die alten Klinkerbauten des Bades. Außer einem Biergarten mit frisch gezapftem Bräu, Brezeln, Gegrilltem und einem herrlichen Blick über den Stadtpark-See ist das „Schumachers“ seit Beginn auch als Party-Location beliebt, wo an warmen Sommerabenden DJs Club-Music auflegen und die Besucher bis in die Nacht tanzen.
Zusammen mit dem nahen „Cafe Sommerterrassen“ und der vor wenigen Jahren eröffneten „Bucht“ bildet das „Schumachers“ heute ein Dreieck zum Feiern und Chillen. Alle drei Angebote machen ihr Hauptgeschäft im Sommer, lediglich die „Bucht“ lädt auch im Winterhalbjahr dank ihres großes geschlossenen Gastraumes mit großen Fensterfronten zum Verweilen oder Brunchen ein. Bis zum Zweiten Weltkrieg zogen die Spaziergänger von der Stadthalle jedoch eher in die entgegen gesetzte Richtung. Denn damals lockte am nördlichen Ufer des künstlich angelegten Stadtpark-Sees das „Stadtpark Cafe“, das ebenfalls im Krieg zerstört wurde. Schumacher hatte den schmucken Rotklinker-Bau architektonisch an ein Gutsschlößchen angelehnt.
Heute fehlt im Stadtpark zwar ein klassisches, reines Park-Cafe mit großer Sonnenterrasse, doch dafür haben sich in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich dezentral kleinere Cafes angesiedelt, etwa das beliebte Lese-Cafe an der Platanenallee zwischen Rosengarten und Hockey-Platz oder seit diesem Sommer das neue Cafe in der alten Trinkhalle an der Ecke Hindenburgstraße und Grasweg. Ebenso wie das Lese-Cafe wurde vor gut vier Jahren auch das alte, bis dahin verschlossene WC-Häuschen hinter der Jahnkampfbahn in eine kleine Wald-Gaststätte umgewandelt. Ein ähnlich weit gefasstes kulinarisches Spektrum bietet auch das Cafe am Planschbecken, das jedoch bereits eine lange Tradition an dem Standort vorweisen kann.

Nächste Woche im 11. Teil der Serie: Von Autorennen, Pink Floyd und Kirchentag - Großveranstaltungen im Stadtpark
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