Sicher unterwegs auf zwei Rädern

Anzeige
Alle Teenies tragen Leihhelme: Sie mildern das Risiko schwerer Kopfverletzungen Foto: Haas

Verkehrslehrer machten junge Flüchtlinge fit für den Straßenverkehr in Hamburg

Von Waltraut Haas
Groß Borstel
Drei Tage hatten sie Unterricht – und das in den Ferien. Angeleitet von Verkehrslehrern der Polizei übten sie freiwillig das Radfahren auf dem Übungsplatz der Schule am Lokstedter Damm. Nebenbei machten sie sich fit in der Straßenverkehrsordnung. Auch der Spaß kam dabei nicht zu kurz für die 16 Jungen zwischen zwölf und 17 Jahren. Nach ihrer Flucht aus Afghanistan, Eritrea oder Syrien leben sie ohne Eltern in einer Unterkunft des Landesbetriebs Erziehung und Beratung (LEB) in Groß Borstel. „Alle Jungs waren hochmotiviert“, lobten die Verkehrslehrer Agnieszka Gudz-Kraft, Thomas Hamester und Andrea Lücke einhellig. Mit den Leihrädern aus dem Fundus des Polizeikommissariats 24 Troplowitzstraße machten sich die Teenies schnell vertraut. Neben dem praktischen Training standen auch Verkehrsregeln auf dem Programm. Wer hat wo Vorfahrt? Ebenso wichtig die Regel „Sehen und gesehen werden“: Wie muss das Rad beleuchtet werden? Und welche Kleidung ist dabei wichtig? Bei Problemen in der Verständigung half ein Dolmetscher weiter. Zum Abschluss gab es noch einen kleinen „Test“: Jeder Junge radelte geschickt um rote Hütchen auf einem Slalom-Parcours und zeigte dabei, wie gut er das Fahrrad schon beherrscht.

Begehrte Blinkies


Anschließend bekamen alle unter großem Beifall eine Urkunde und einen kleinen Preis: Die Leuchtbänder, Blinkies und Schlüsselanhänger der Polizei sind begehrt. Ibrahim freute sich besonders über seine Urkunde. Später möchte er auch Polizist werden, hat er sich vorgenommen. „Das freut uns natürlich – angesichts der Nachwuchssorgen bei der Polizei“, erklärt Thomas Hamester mit einem Augenzwinkern.

Es fehlen Räder und Helme


„Für uns war es wichtig, mal gründlich die Verkehrsregeln zu lernen“, versichern Rohid, Sajad und Haben, zwischen 12 und 14 Jahre alt. Zuhause früher hatten viele von ihnen kein Fahrrad. In ihrer Unterkunft könnten immerhin schon fünf Jungs per Rad in die Pedale treten. Also fehlen immer noch zwölf Räder – zudem Fahrradhelme für alle. „Und dabei haben wir hier gerade gelernt, dass alle Kinder und Jugendlichen zu ihrer eigenen Sicherheit mit Helmen radeln sollten“, betont Thomas Hamester. Respektvoll nicken die Jungs, die bereits verschiedene Schulen besuchen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige