Sie sind so frei!

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Zehn Prozent der Hamburger Kinder besuchen nicht- staatliche Schulen, konfessionelle oder freie Foto: M. John/wb

Am 18. September stellen sich die freien Schulen vorm Rathaus vor

Hamburg Die Wichern-Schule des Rauhen Hauses gehört dazu, ebenso wie die Rudolf-Steiner-Schulen, die Bugenhagenschule oder die 21 katholischen Schulen: Sie und weitere sind Hamburgs freie Schulen. Frei bedeutet in diesem Fall nicht-staatlich. Erstmals stellen sich die Schulen aus der Arbeitsgemeinschaft freier Schulen (AGFS) in Hamburg bei einer großen Veranstaltung vor: am 18. September von 11 Uhr bis 12.30 Uhr auf dem Rathausmarkt. Mit Hamburgs „größtem Klassenzimmer im Freien“ machen rund 2.000 Schülerinnen und Schüler dabei auf sich und „ihre“ Schulen aufmerksam. „Lehrerin“ für das bunte „Unterrichtsprogramm“ ist NDR-Moderatorin Birgit Hasselbusch.

Bildungsalternative


Die Zahlen sind beeindruckend, doch wenig bekannt: 20.125 Kinder und Jugendliche besuchen in Hamburg eine allgemeinbildende Schule in freier Trägerschaft. Zum Vergleich: An den staatlichen Schulen sind es 188.818 (Stand Schuljahr 2014/2015). Insgesamt gibt es 75 freie und 339 staatliche Schulen in der Hansestadt. Beim Aktionstag, der am 18. September zeitgleich in zehn Bundesländern stattfindet, wollen die Freien „mehr Bewusstsein für diese Bildungsalternative schaffen“, so Volker Reitstätter, AGFS-Sprecher und Geschäftsführer des Katholischen Schulverbandes Hamburg.
In Hamburg sind die freien Schulen nicht mehr wegzudenken. Von der Stadt werden sie mit 85 Prozent der staatlichen Schülerjahreskosten unterstützt, nicht jedoch bei den Gebäudekosten. „Eine Schieflage“, kritisiert Reitstätter, zumal die freien Schulen inhaltlich und in der Ausstattung von der Mensa bis zur Turnhalle ein attraktiveres Angebot vorweisen sollen wie die staatlichen Schulen. Die seit 2002 unverändert angesetzte Miete von sieben Euro pro Quadratmeter sei nicht annähernd ausreichend, um Instandhaltungen und Modernisierungen durchzuführen. De facto betrage die Miete heute mehr als elf Euro.

Kinder aller Schichten


Der gern angeführte Vorwurf, Privatschulen seien elitär, weist Verbandssprecher Reitstätter zurück: Insbesondere in Hamburg sei das nicht der Fall, die Schüler kämen aus allen Schichten. Das Schulgeld an katholischen Schulen liegt je nach Eltern-Einkommen bei 5 bis 60 Euro (Grundschulen), bei den Waldorfschulen bei durchschnittlich 135 Euro pro Monat. Reduzierungen bis zu einem Freiplatz sind möglich. (sta)

Weitere Informationen: AGFS Hamburg

Flüchtlinge als Schüler:
Die Katholischen Schulen beraten mit Caritas und Erzbistum, wie Flüchtlingskindern geholfen werden kann. Wie Schuldezernent Erhard Porten sagte, geht es dabei um „nachhaltige und bedarfsorientierte Unterstützung“. Die Art des Glaubens stehe dabei nicht im Vordergrund, sondern „dass da Menschen in Not sind“. Schon jetzt würden muslimische Kinder syrischer Abstammung in katholischen Schulen unterrichtet. Porten: „Vormittags sind sie in einer werteorientierten Bildungseinrichtung, nachmittags leben sie muslimischen Glauben in der Familie.“ Kinder, die kaum oder kein Deutsch sprechen, gehen in Hamburg in Internationale Vorbereitungsklassen (IVK). Wer nicht in lateinischer Schrift alphabetisiert ist, erlernt dies in einer Basisklasse. (wb)
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