So geht Integration

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Marie-Sophie Kever hilft ehrenamtlich Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben Foto: Haas

Ehrenamtliche helfen in der Unterkunft Opitzstraße

Winterhude Gerade frisch gekürt mit einer prachtvollen Schärpe, wollte „Miss Roma“ zur Feier des Tages backen, als der Herd streikte. Ein Fall für Sybille Dietrich von „Fördern und Wohnen“ (f&w) zuständig für das Unterkunftsmanagement in der Wohnunterkunft Opitzstraße. Dietrich hat alle Hände voll zu tun. Neben Instandhaltung und Reparaturen, die sie zusammen mit Hausmeister und Allround-Handwerker Ibrahim Celik veranlasst, kümmert sie sich um die Ankunft von Familien und deren Einzug in die bis zu drei Zimmern großen Wohnungen sowie um die dabei anfallenden Verwaltungsarbeiten. Zugleich ist Sybille Schröder auch Ansprechpartnerin für die Nachbarschaft. „Öfter werden wir gelobt“, freut sie sich. Gelegentliche Beschwerden über Kinderlärm nimmt sie deshalb gelassen hin: Das sei „eben das Übliche“, bei 152 Kindern und der Kita des ASB gleich nebenan.
62 Familien in Not – Flüchtlinge und Asylbewerber – fanden eine Bleibe auf Zeit in der Opitzstraße 19. Sie kommen von überall her: aus Afghanistan, Ägypten oder Armenien, aus Aserbaidschan, Syrien, Ghana und Gambia oder aus den Balkanländern: eine internationale Gemeinschaft. „Die abgeschlossenen Wohnräume erlauben hier ein großes Maß an Privatsphäre für die Familien“, erklärt f&w-Sprecherin Christiane Schröder. An anderen Standorten mit einer längeren Nutzungsdauer werde diese Bauweise ebenfalls angestrebt – besonders für Familien.
Auch M. Wulf unterstützt die Bewohner der Unterkunft bei ihrer Alltagsbewältigung von Berufs wegen. Sie suchen ihren Rat, wenn es um Kita- oder Schulplätze geht, um Anträge, Bescheinigungen oder Formulare. „In allen Lebenslagen kommen sie zunächst zu uns“, sagt die junge Sozialarbeiterin. Zudem kümmert sie sich um die Netzwerkarbeit im Stadtteil, pflegt Kontakte etwa zum Goldbekhaus, zum Mädchentreff Bachmannstraße oder zum Bauspielplatz Poßmoorweg: Initiativen vor Ort, mit denen die Wohnunterkunft kooperiert. Dazu gehört ebenso das Engagement von Initiativen und Freiwilligen im Haus: Die „mobile Spielaktion“ kommt dienstags. Mittwochs wird gebastelt in der Kreativwerkstatt. Organisiert von Ehrenamtlichen findet regelmäßig ein Mütterfrühstück statt.

Mehr Helfer


„Die Zahl unserer Freiwilligen hat sich seit 2014 hamburgweit auf 800 direkt bei uns registrierte Personen verdoppelt“, begrüßt f&w-Sprecherin Christiane Schröder einen erfreulichen Trend. In allen neu entstandenen Wohnunterkünften hätten sich Gruppen und Initiativen aus den Stadtteilen zusammengetan oder gegründet.
So wird auch die Hausaufgabenhilfe für die schulpflichtigen Kids in der Opitzstraße von Freiwilligen unterstützt: Die Lehramts-Studentin Marie-Sophie Kever ist dabei, ebenso Jürgen Wagener, der zwar früh pensioniert wurde, aber fit genug ist, um den Kindern zu helfen. Zwei Schülerinnen hat er schon zum Abitur begleitet. Und Stefan Lang, berufstätig als Diplom-Geologe. Die gleitende Arbeitszeit ermögliche sein Engagement für die Kinder und Jugendlichen: „Ich will die Unterstützung gerne weitergeben, die ich früher selbst erfahren habe“, erklärt er. Alle drei spüren, wie gerne die Kinder zu ihnen kommen. Dabei diene die Hausaufgabenhilfe auch als eine Art sozialer Treffpunkt. „Und wir freuen uns, wenn wir merken, dass wir weiterhelfen können“, sagen die drei Helfer. (wh)

Wer ein Engagement als Freiwilliger sucht, wird fündig bei der Freiwilligenagentur Nord unter 5077-5201
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