Spaß für Kita-Kinder: „Bruder Jacob“ im Kanon

Anzeige
Die Kinder lieben die Musik und singen gern mit. Die ehrenamtlichen Senioren sind im Kinderhaus Mümmelmaus sehr willkommen Foto: Grell

Hamburger Verein „Canto elementaro“ will Zwei- bis Sechsjährige wieder mehr zum Mitsingen animieren und sucht Singpaten

Von Karen Grell
Hamburg
Wer kennt sie noch, die alten Kinderlieder, mit denen die Großeltern ihre Enkel begeistern konnten. „Hoch auf dem gelben Wagen“, „Bruder Jakob“ im Kanon gesungen oder „Wollt ihr fleißige Handwerker sehen“ – alles Volkslieder, die schon mehr als 100 Jahre lang bekannt sind und in den Kindergärten der 1960er-Jahre noch mit lauten Stimmen gesungen wurden. „Leider gehen viele dieser schönen Lieder mit den Jahren verloren“, bedauert Jutta Wieters-Schrader, vom Vorstand des Vereins „Canto elementar“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit Kindern wieder gemeinsam zu singen.

Senioren als Singpaten

Senioren, die all diese vielen Melodien noch im Kopf haben und gern mit Kindern zusammen sind, gehen mit dem Verein als ehrenamtliche Singpaten in Kitas, um zusammen mit den Kleinen die alten Lieder zu singen. „Die Kleinen haben einen unglaublichen Spaß daran“, lacht Jutta Böttcher, die zusammen mit ihrem Mann Reinhard seit Jahren dabei ist und im Kinderhaus Mümmelmaus die Zwei- bis Sechsjährigen zum Mitsingen animiert. „Dabei geht es auch um Sprache und das fröhliche Miteinander“, meint Nina Dieseke, die Leiterin der Rudolf-Ballin-Stiftung, die das Kinderhaus betreibt.

Singen fördert Integration

Einerseits lernten Kinder, die zu Hause mit ihren Eltern kein Deutsch sprechen, die Texte der alten deutschen Kinderlieder und damit auch ein Stück der deutschen Kultur kennen, und dann sei das Singen auch eine tolle Möglichkeit, sich auszudrücken und in Bewegung zu kommen. „Bei dem Dornröschenlied haben wir eine feste Choreografie“, beschreibt Elke Krein (79) den Ablauf der wöchentlichen Treffen.

Neue Paten gesucht

Seit genau zehn Jahren gibt es den „Canto elementar“ in Hamburg und von 60 Senioren, die einmal dabei waren, seien leider nur noch 24 übrig geblieben. „Manche von ihnen mussten auch aus gesundheitlichen Gründen aufhören“, so Jutta Wieters-Schrader, die sich freuen würde, wenn sich neue Singpaten meldeten. Wichtig sei dabei nur die Lust am Singen. „Wir nehmen es mit den Noten nicht so ernst“. Wer gern singt und dabei mit Kindern zusammen sein mag, der könnte schon bald ein neues Mitglied der bunten Gruppe werden, hoffen die Mitglieder des Vereins.

Kontakt zu Singpaten: Reinhard Böttcher unter Telefon 73 80 217 und Nina Gieseke Telefon 716 14 66, weitere Infos: Verein „Canto elementaro“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige