Sperren gegen Sperrung

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Die Busse sollen künftig (ohne Einscheren in den fließenden Verkehr) schneller werden. Die Haltestelle Gertigstraße wird vom 6. Oktober bis zum 7. November nicht angefahren Foto: Flüß
 

CDU: „Schadet Geschäftsleuten am Mühlenkamp“. Initiative: „Schikane“

Hamburg. Für den Senat ist das schon Kompromiss genug: Die Weihnachtszeit wurde für die Winterhuder Geschäftsleute bereits von den Umbaumaßnahmen für die Busbeschleunigung am Mühlenkamp ausgespart. Die jetzt angekündigte dreiwöchige Vollsperrung des Mühlenkamps hält man für dringend notwendig, Anlieger-Kritik stößt dagegen auf Unverständnis.
Am 6. Oktober beginnen die Baumaßnahmen in einer ersten Phase, die am 9. November abgeschlossen sein soll (das Wochenblatt berichtete). Für die Verlegung der Bushaltestelle Gertigstraße in Richtung Hauptbahnhof an die Fahrbahnkante muss der Mühlenkamp vom 6. bis 26. Oktober zwischen Gertigstraße und Körnerstraße komplett für Autos gesperrt werden. Die Vollsperrung sei notwendig, da kein Asphalt, sondern stabilerer Beton verwendet werden müsse, so Projektleiter Roland Hansen von der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG).

Umleitung der Busse

Busse der Linien 6 und 25 werden dann über den Hans-Henny-Jahnn-Weg und die Barmbeker Straße umgeleitet: Für die Linie 6 wird die Haltestelle Goldbekplatz in Richtung Borgweg an die Haltestelle der Linie 25 im Moorfurthweg verlegt, die Haltestelle Semperstraße in Richtung Borgweg wird an die Haltestelle in Richtung Hauptbahnhof verlegt und die Haltestelle Semperstraße in Richtung Hauptbahnhof wird an eine Ersatzhaltestelle in der Barmbeker Straße hinter der Kreuzung verlegt. Für die Linien 25 und 606 wird auf dem Umleitungsweg eine zusätzliche Haltestelle Semperstraße eingerichtet.

„Die Erfahrungen zeigen, dass neben den Anwohnern insbesondere der Einzelhandel unter derartigen Baumaßnahmen zu leiden hat. Viele Gewerbetreibende rund um den Mühlenkamp rechnen daher mit massiven Umsatzeinbußen während der Bauzeit.“
Andreas Wankum, CDU-Bürgerschaftsfraktion

Die Vollsperrung sorgt erneut für Unmut. Andreas Wankum, Mitglied der CDU-Bürgerschaftsfraktion, hat in einer kleinen Anfrage an den Senat nach möglichen Entschädigungen für die Geschäftsleute gefragt, denn: „Die Erfahrungen zeigen, dass neben den Anwohnern insbesondere der Einzelhandel unter derartigen Baumaßnahmen zu leiden hat. Viele Gewerbetreibende rund um den Mühlenkamp rechnen daher mit massiven Umsatzeinbußen während der Bauzeit.“ Der Senat hält dagegen: „Durch das Ende der 1. Bauphase Anfang November 2014, wurde der Besorgnis der anliegenden Geschäftstreibenden Rechnung getragen, das Weihnachtsgeschäft könnte durch die Bautätigkeiten negativ beeinträchtigt werden.“ Dies kritisiert CDU-Bezirkspolitiker Christoph Ploß scharf: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Straßen über Wochen voll gesperrt werden und der Senat sich nicht um die Gewerbetreibenden kümmert. So wird unserem Mittelstand schwerer Schaden zugefügt.“ Die Fraktion der Grünen hat Verständnis für die Sorgen der Geschäftsleute, aber: „Wir haben Verbesserungen erreicht. Dazu gehört auch, dass die Arbeiten in der Phase des vorweihnachtlichen Geschäftsbetriebs unterbrochen werden. Grundsätzlich muss man aber den Verwaltungen zugestehen, nötigenfalls mal eine Straße zu sperren“, so Bezirksabgeordnete Ulrike Sparr.

„Sperrung unverständlich“

Das sieht die Initiative „Unser Mühlenkamp“ anders: „Für uns als Initiative ist die geplante Vollsperrung des Mühlenkamps wegen der Verlagerung der Bushaltestelle Gertigstraße in die Fahrbahn völlig unverständlich und aus unserer Sicht auch eine reine Schikane für die Winterhuder Geschäftsleute und Bürger. Denn im Moorfuhrtweg wurde die Bushaltestelle auf die Fahrbahn verlegt und der Verkehr konnte trotzdem daran vorbei geleitet werden“, so Bernd Kroll von der Bürgerinitiative „Unser Mühlenkamp“.
Die Initiative hat einen Rechtsanwalt beauftragt. Die Frage ist, ob das Bauprojekt juristisch zu stoppen ist. (flü)
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