Spielhaus helfen – aber wie?

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Die Vorsitzende des Fördervereins, Nadine Bozyakali (r.), und Betreuerin Claudia Kampmann mit Tilly-Kindern Foto: Hanke

Politiker wollen „Tilly“-Angebot erhalten. Doch eine Lösung gibt es bisher nicht

Eppendorf Hitzige Debatte um Unterstützung für das Spielhaus Lokstedter Weg („Tilly“) im Hauptausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, aber keine Lösung. Ab November erhält der von einem Eltern-Förderkreis getragene Teil des Vormittagsbereichs im Spielhaus keine Unterstützung durch das Bezirksamt mehr. Zusätzliche Angebote zur Basis-Betreuung durch Honorarkräfte wie Schwimmen, Turnen, Rhythmik oder Vorschularbeit können dann nicht mehr aufrechterhalten werden.
Der Jugendhilfeausschuss Hamburg-Nord hatte daher gegen die Stimmen von SPD und Grünen das Bezirksamt aufgefordert, einen Mitarbeiter des Bundesfreiwilligendienstes (BufDi) für das Spielhaus Tilly anzufordern, um das derzeitige Angebot zu erhalten. Das Bezirksamt stellte im Hauptausschuss, in den die Bezirksversammlung das Thema überwiesen hatte, klar, dass eine solche Anforderung rechtlich nicht möglich sei: Ein beim Bezirksamt angestellter BufDi-Mitarbeiter könne nicht an Dritte wie das Spielhaus verliehen werden. „Sie haben die Mitarbeiter von Tilly getäuscht“, warf Thomas Domres, der SPD Fraktionsvorsitzende der CDU vor, die die treibende Kraft der BufDi-Initiative war, und so Domres, gewusst habe, dass ihr Vorschlag rechtlich nicht zu verwirklichen sei. Deren Abgeordneter Stefan Bohlen bezeichnete die Initiative seiner Partei als politisches Signal, das das Bezirksamt jenseits von Paragraphen erst einmal hätte aufgreifen können. Dann fielen wie so oft in letzter Zeit in der Bezirkspolitik deftige Worte.

„Männlicher Zickenkrieg“


Domres sprach von „rechtlichem Unfug“. Der Abgeordnete der Grünen, Peter Schilf, fand Bohlen „unverschämt“, warf der CDU vor,„mit Verleumdungen“ Stimmung zu machen. Bohlen empfand diese Beiträge als Beleidigungen. Der Linken-Abgeordneten Angelika Traversin reichte es schließlich: „Ich habe keinen Bock auf männlichen Zickenkrieg.“ Sie und die SPD-Abgeordnete Angelika Bester führten die Debatte wieder in die Sachlichkeit zurück. Angelika Travesin warnte vor einem Verlust der Spielhäuser: „Das wird nicht billiger“, und forderte das Bezirksamt auf, nach konkreten Hilfen für die Spielhäuser zu suchen. Der Ausschuss beschloss lediglich einen Antrag von SPD und Grünen, in dem die Unterstützung für die Spielhäuser allgemein bekräftigt und eine andere Nutzung der Spielhausflächen als für Jugend- und Familienhilfe abgelehnt wird. Ein ähnlicher Antrag der CDU wurde gegen die Stimmen von CDU und Linken abgelehnt.
Nadine Bozyakali, Vorsitzende des Fördervereins für das Spielhaus Tilly, der die zusätzlichen Angebote des Vormittagsbereichs veranstaltet, ist guter Hoffnung, da alle Parteien Unterstützung für das Spielhaus bekräftigt haben, warnt aber: „Oft wird viel gesagt und danach wenig getan.“(ch)
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