Stadtpark wird zur Müllkippe

Anzeige
Das schmutzige Ende einer Grillfeier Foto: Posanski/wb
 
Einfach alles liegen gelassen. Würde man das auch im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung so machen? Foto: Posanski/wb

Alte Möbel, Grillreste: Was die CDU fordert und der Bezirk tut

Winterhude Feierreste kannte man. Seit Kurzem muss der Stadtpark auch noch als wilde Sperrmüllkippe herhalten. „Wer macht denn so was?“, empören sich Passanten. Andere witzeln: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ An der Otto-Wels-Straße zwischen dem Sierichschen Forsthaus und der Promenade zum Planetarium steht das alte Kunstledersofa, daneben ein halb zerlegter Schreibtisch aus Sperrholz, abgeladen im Gebüsch, hinter Rhododendren. Wer immer am Werk war: Der Delinquent muss seinen Sperrmüll per Transporter hierher gebracht haben.
Aber das ist nur ein Teil des Stadtpark-Vermüllungsproblems. Jetzt, wenn die Tage wieder schöner sind, zieht es viele Hamburger in den großen Garten der Hansestadt. Behandelt wird er allerdings von einigen Besuchern wie eine Müllkippe, insbesondere festzustellen bei Besuchen etwa sonnabends oder sonntags früh morgens. Die große Grillwiese ist über und über mit Flaschen, Tüten, Essensresten, Kohle, Asche und Aluschalen übersät. Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, Müll in die halbvollen Container zu werfen.
Am vorigen Sonntag waren sechs Mitarbeiter vom Bezirksamt ganze sechs Stunden damit beschäftigt, diese Wiese am Stadtparksee zu säubern. Geht es nach der CDU, ist an dieser Verwahrlosung die Abschaffung des Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) schuld. „Der BOD war das wirkungsvollste Mittel, um effektiv gegen Müllsünder vorzugehen“, sagt Dennis Gladiator, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, und fordert dessen Wiedereinführung. Katja Glahn vom Bezirksamt Hamburg-Nord, das für die Pflege der Grünanlagen zuständig ist, sieht das anders: Regelmäßig seien fünf Außendienstmitarbeiter des „Ordnungswidrigkeitenmanagements“ im Stadtpark unterwegs, um Fehlverhalten zu ahnden – bis zu 4000 Euro könne das Bußgeld betragen, wenn man zum Beispiel bei illegaler Müllentsorgung erwischt werde. Rund 250.000 Euro koste jährlich die Reinigung der Grünanlagen im Bezirk, speziell im Stadtpark erfolge mindestens zweimal die Woche eine Grundreinigung. „An Wochenenden wird ab 6.30 Uhr der Müll des Vortages aufgesammelt – mit eigenen Mitarbeitern und beauftragten Subfirmen“, so Glahn. „Generell kann man sagen, dass seit zehn Jahren jedes Jahr rund 400 Tonnen Müll aus den Grünanlagen in Hamburg-Nord gesammelt werden.“ Sie wisse auch nicht so recht, wie man die Parkbesucher dafür sensibilisieren könne, ihren Müll richtig zu entsorgen. Dass man dies tun sollte, davon ist sie überzeugt. „Vielleicht ist das über soziale Kontrolle möglich?“, regt sie an. Man solle doch einfach jemanden ansprechen, der sich falsch verhalte. (wh/ba)

Kommentar: Räumt doch euren Müll weg!

Einfach jemanden ansprechen, der sich falsch verhält... Das ist leicht gesagt. Dazu gehört schon Courage womöglich alkoholisierten Leuten zu sagen: Räumt euren Müll weg! Und ob es etwas nützen würde? In Berlin hatte alles nichts mehr genützt, dort ist seit einigen Jahren das Grillen im Berliner Tiergarten verboten, weil auch der im Müll zu versinken drohte. Aber Grillverbot in Hamburg? Das kann nun wirklich keiner wollen. Vielleicht hilft ja Erziehung, worauf zum Beispiel der Stadtparkverein hofft, der bei seinen Führungen (die nächste ist am 5. Juli) darauf aufmerksam macht, welche Probleme und immense Kosten der Müll bereitet. Davon mal ganz abgesehen, dass ein vermüllter Park kaum ein schönes Aushängeschild für Touristen ist. Vielleicht ist auch das Schul-Projekt „Ökologie im Park“ eine Chance, dass Kindern und Jugendlichen Achtung vor der Parkanlage und -pflege beigebracht wird... Ich vermute ja, dass viele „Verschmutzer“ gar nicht so asozial sind, sondern einfach nur „ein Bier zuviel“ ihre gute Erziehung vergessen lässt. Was deshalb nicht weniger zu entschuldigen ist! Daniela Barth
Anzeige
Anzeige
3 Kommentare
15
Mona Schmidt aus Winterhude | 16.06.2015 | 19:19  
6
Monika Müller aus Norderstedt | 18.06.2015 | 22:11  
7
D. Weisheit aus Alsterdorf | 22.06.2015 | 12:43  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige