Stadtreinigung Hamburg entsorgt Schrotträder

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Nicht immer einfach, ein Schrottrad von seinem Standort zu entfernen Foto: Hanke

Eppendorf ist der Spitzenreiter mit den meisten kaputten Fahrrädern in Hamburg-Nord

Eppendorf Die rote Markierung ist entscheidend. Ist ein Fahrrad mit diesem roten Stück Papier umklebt, dann schreiten Uwe Dietze und sein Trupp zur Tat. Mit einem Schneidbrenner wird das Schloss durchtrennt und dann raus mit dem Rad aus dem Pulk zwischen Fahrradbügel und Straßenbaum und rauf auf den Transporter. Uwe Dietze hat eine Liste vom Bezirksamt Hamburg-Nord mit den Rädern, die entfernt werden sollen. Mitarbeiter des Bezirksamtes waren einige Wochen zuvor im ganzen Bezirk unterwegs und haben die abgestellten Fahrräder auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft und nach ihrem Urteil die roten „Karten“ verteilt. Das Problem von Uwe Dietze und seinem Team ist nun: nicht an allen markierten und in der Liste aufgeführten Rädern kleben die roten Zettel noch. Sollten einige Eigentümer der Räder sie entdeckt und entsetzt abgerissen haben? Dann hätte die Aktion eventuell bereits Erfolg gehabt, bevor die Räder abgeholt werden. Dem Eigentümer wurde bewusst, in welch miserablen Zustand sich sein Rad befindet und er hat beschlossen, sich um das lange vernachlässigte Fortbewegungsmittel zu kümmern. Ein Rad ohne rote Markierung wird nicht eingesammelt. Obwohl so manchers ohne den roten Schrieb geradezu nach Verschrottung schreit. Das sehen auch die Männer von der Stadtreinigung so. Aber für Dietze gibt es keine Kompromisse: „Wenn kein Aufkleber an dem Rad angebracht ist, dann nehme ich das Fahrrad nicht mit.“ Es sei denn, eine Anwohnerin macht darauf aufmerksam, dass ein Rad schon viele Jahre dort steht, wo es steht. So wie beim jetzigen Aktionstag geschehen an der Frickestraße. Dann notiert Uwe Dietze Name, Kontaktdaten und Adresse, und nimmt das Rad mit. An der Frickestraße waren Bezirksamt und Stadtreinigung besonders häufig fündig geworden. 51 Räder hatten die Mitarbeiter des Bezirksamtes zum Abtransport bestimmt. Nur rund 30 landeten tatsächlich auf den Transportern der Stadtreinigung. Die übrigen hatten keine roten Aufkleber mehr. Aber auch einige mit roter Markierung bleiben stehen, weil sie mit anderen Rädern zusammen angeschlossen wurden. Dann darf das Schloss natürlich nicht aufgeschweisst werden. Warum, glaubt der Trupp, lassen Menschen die Räder so verwahrlosen? „Viele sind gestorben, andere weggezogen“, weiß einer der Mitarbeiter zu berichten. „Es sind aber auch Radbesitzer, die alles auf morgen verschieben. Und dann machen sie es doch nicht“, vermutet ein anderer. Warum auch immer. In Eppendorf und Hoheluft-Ost hatte das Bezirksamt 93 Fahrräder rot markiert. Eppendorf ist der Spitzenreiter mit den meisten Schrotträdern in Hamburg-Nord, gefolgt von Winterhude. Insgesamt wurden im Bezirk Hamburg-Nord 208 Fahrräder rot markiert. (ch)
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