Statuen werden ersetzt

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Die Plastik Orpheus und Eurydike von Ursula Querner. Fotos: Wallner

Orpheus und Eurydike an der Alster

Rotherbaum. Nun sind sie beide weg: Orpheus und Eurydike. Nichts erinnert derzeit noch an die Doppelplastik von Ursula Querner im Alstervorland. Vor einem halben Jahr war die Eurydike abgesägt und gestohlen worden. Hat´s nun auch Orpheus erwischt? Fast wäre auch der Sänger verschwunden. Sein Bronzebein war bereits angesägt worden. Der Dieb der Eurydike wollte auch den Ehemann entwenden. Offenbar wurde er überrascht. Nun wurde Orpheus aber ganz legal samt Sockel abgebaut. Er wird verarztet und erhält einen neuen Sockel. Auch der Unterbau der Eurydike steht nicht mehr. Beide Figuren sollen zeitgleich wieder aufgestellt werden. Eine neue Eurydike wird derzeit angefertigt. Zum Glück existierte im Nachlass der beiden Querner-Töchter eine zweite Eurydike, nach der eine neue Gipsform angefertigt werden konnte. Die finanziellen Mittel für den Neuguss haben Spender relativ schnell zusammengetragen. Die Stiftung Denkmalpflege Hamburg hatte dazu aufgerufen. Das Interesse der Bevölkerung an dem dreisten Raub war groß. Für die Alsterspaziergänger gehörten Orpheus und Eurydike zum lieb gewonnenen Bild des Alstervorlandes. „Das große Interesse hat mich wirklich gefreut“, strahlt Dorothee Wallner, die Tochter von Ursula Querner. „Kleinere Spenden kamen von Alsterspaziergängern, größere von Stiftungen“, erzählt Dorothee Wallner, die selbst Malerin und Kunsttherapeutin ist. 1958 hatte Ursula Querner ihre Doppelplastik Orpheus und Eurydike aus Bronze geschaffen. Es war ein Auftrag der Stadt für ein Seniorenheim in der Averhoffstraße in Uhlenhorst. Weil sich die Auseinandersetzung mit Tod und Sterben, von der die Orpheus-Sage handelt, dort aus nahe liegenden Gründen keiner so großen Beliebtheit erfreute, wurde die Plastik nach dem frühen Tod der Bildhauerin 1969 in den 1970er Jahren an die Alster umgesetzt. Die 1921 in Dresden geborene Ursula Querner hatte vor allem mit Holz und Terrakotta gearbeitet. Viele ihrer Werke finden sich in Kirchen, so zum Beispiel ein Taufstein in der Andreaskirche in der Bogenstraße. An ihrem Geburtstag, am 10. Mai, so hofft die Stiftung Denkmalpflege, werden Orpheus und Eurydike wieder an ihrem Platz stehen. (ch)
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