Steinbrück am Ruder

Anzeige
Wahlkampf in Hamburg: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sitzt noch nicht an den Schalthebeln der Macht, aber an denen einer Boeing 747-800 Fotos: Biehl

Stippvisite des SPD-Kanzlerkandidaten in der Lufhansa Werft

Groß Borstel/Fuhlsbüttel. Heimspiel für den gebürtigen Hamburger Peer Steinbrück: Der Kanzlerkandidat der SPD besuchte jetzt die Lufthansa Technik.
Der 66-Jährige informierte sich rund zwei Stunden über den Stand von Flugzeugtechnik bei einem der weltweit bedeutendsten Anbieter flugzeugtechnischer Dienstleistungen. Ein Tross von Berichterstattern war dabei, als Steinbrück eine große Montagehalle besuchte, dort mit einer Mitarbeiterin sprach und schließlich die zwei Etagen eines in der Wartung befindlichen Jumbo-Jets inspizierte. Die Journalisten umkreisten den möglichen zukünftigen Regierungschef Deutschlands permanent, Blitzgewichtgewitter inklusive. Steinbrück nahm´s professionell gelassen. Auch für kurze Statements blieb Zeit. Für die Probleme von Flughafen-Anrainern, die unter Lärm und Parkplatzdruck stöhnen und immer sorgenvoll auf Erweiterungspläne des Flughafen nahen Gewerbes schauen, fühlte sich der Kanzlerkandidat allerdings nicht zuständig. Ob ein citynah gelegener Flughafen wie Fuhlsbüttel deshalb noch zukunftsfähig sei, könne er nicht entscheiden, meinte Peer Steinbrück. Das sei Sache der örtlichen Gremien.
Eine neue Zukunft für die Kita-Plätze möchte er aber entscheiden. Sie würden unter seiner Regierung kostenlos sein. Wie soll das finanziert werden? „Schrittweise wollen wir Steuern erhöhen. Die Bildung zu verbessern, ist uns ein sehr wichtiges Anliegen“, antwortete Peer Steinbrück. „Twittern Sie auch?“, wollte eine Kollegin wissen. „Ich twittere für mich allein“, ließ der SPD-Spitzenmann verlauten. „Können Sie dadurch neue Wählerschichten erreichen?“, lautete die Nachfrage. „Wir nutzen natürlich die modernen Kommunikationsmittel“, erläuterte der Kanzlerkandidat, „aber der Straßenwahlkampf spielt eine ganz erhebliche Rolle, viel mehr als früher.“ Erreichen Sie die junge Generation? „Die junge Generation ist genauso an Politik interessiert wie wir früher“, glaubt Peer Steinbrück, „aber anders. Es wird nicht so deutlich. Die Neigung, Organisationen beizutreten ist zurückgegangen.“ Sprach´s und verschwand in einer schwarzen Limousine. Am Abend war er bei einer Wahlkampfveranstaltung am Michel. (ch)


Zur Person.
Von 2002 bis 2005 war der in Hamburg aufgewachsene Peer Steinbrück Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, von 2005 bis 2009 Bundesminister der Finanzen und stellvertretender
SPD-Bundesvorsitzender.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige