Steine des Anstoßes

Anzeige
Gefahr für radelnde Kinder und einparkende Autos: Findlinge als neue Begrenzung zum Bürgersteig am Wiesendamm Foto: Haas

Anwohner am Wiesendamm protestieren gegen Verlegung des Radweges

Von Waltraut Haas
Winterhude
Weil die Radwege vom Bürgersteig auf die Fahrbahn verlegt werden, wird es noch enger am Wiesendamm. Seit zwei Wochen wird die südliche Fahrbahn bis zur Saarlandstraße wegen Straßenbauarbeiten abschnittsweise gesperrt. Doch die neuen Radwege auf der Straße sorgen in der Jarre-stadt für Aufregung. „Viel zu gefährlich“, finden sie die Anwohner. Zudem entfielen anstelle der offiziellen 42 rund 120 Parkplätze für Autos, weil sie bislang in einem „informellen“ System in der zweiten Reihe parken konnten. Dabei hatte Hartmut Herbst hier kaum „besondere Vorkommnisse“ verzeichnet. „Es gab hier keine Unfälle, auch das Tempo liegt hier deutlich unter 50 km/h. Deshalb stand eine dringliche Umgestaltung nicht eben auf unserer Prioritätenliste“, erklärt der leitende Polizeihauptkommissar für Prävention und Verkehr im PK 33. „Total absurd und ärgerlich“ findet Dörte Nohrden den Rückbau des Radwegs auf dem Bürgersteig, die einen Großteil ihrer Wege durch die Stadt per Rad erledigt. „Wer einbiegt in den Wiesendamm, erkennt Radfahrer doch viel zu spät.“ Zustimmendes Nicken ihrer Nachbarn, die auch eine ähnliche Umgestaltung der Fuhle bemängeln. Eltern mit Schulkindern dürften die Bürgersteige per Rad doch auch weiter benutzen.

„Keine Information“


„Der Umbau erfolgt gegen unseren Willen, über die Planung wurden wir nicht mal informiert“, kritisieren Thomas Supplieth und Justus Lassnig die mangelnde Kommunikation der Bezirkspolitiker. Beide sind beruflich auf ihre Dienstwagen angewiesen. Rund um den Wiesendamm herrsche ohnehin schon ein akuter Mangel an Stellflächen für Autos. Wenigstens beim Neubau der Sporthalle Meerweinstraße hätte sich doch der Bau einer Tiefgarage angeboten. Auch VW-Kunden, Lehrer der nahen Schule oder die Limousinen einer Autovermietung: Alle parken sie hier. Weshalb Rettungswagen, Paketdienste und Handwerker sich oft genug schwer tun, schildert André Schaffarczyk und plädiert mit seinen Nachbarn dafür, doch den kombinierten Rad- und Fußweg beizubehalten, wie auf der nördlichen Fahrbahn. „Dort geht das doch auch.“ Eine soziale Komponente der Parkplatznot führen Brigitte und Hans-Jürgen Bartels an. Zu oft winken ihre Besucher deshalb ab. Abends sei die Lage schon jetzt katastrophal, ganz zu schweigen von den Abgasen, wenn verzweifelte Autofahrer auf Parkplatzsuche das Viertel umrunden. „Hamburg wird doch nie eine Fahrradstadt“, finden die Nachbarn. „Hier fehlt doch die Infrastruktur wie es sie in Kopenhagen oder Amsterdam gibt.“ Und dann die riesigen Findlinge – sie würden Steine des Anstoßes: Denn sie sollen bestehende Parkplätze zum Bürgersteig begrenzen. Abgesehen von so mancher Delle, die sich Autofahrer beim Einparken hier einhandeln werden, bedeuten sie für radelnde Kinder auf dem Gehweg eine zusätzliche Gefahr. „Die Umgestaltung ist also teuer und rundum absurd“, bilanzieren die Anwohner. „Also fordern wir die Beibehaltung des kombinierten Rad- und Fußweges und den sofortigen Baustopp!“
Anzeige
Anzeige
19 Kommentare
6
P H aus Altstadt | 03.05.2016 | 15:24  
6
Eins Zwei aus Winterhude | 03.05.2016 | 15:56  
16
S. Heymann aus Harvestehude | 03.05.2016 | 16:42  
26
Horst Holl aus Winterhude | 03.05.2016 | 18:34  
26
Horst Holl aus Winterhude | 03.05.2016 | 18:38  
12
Gerrit Moritz aus Barmbek | 03.05.2016 | 21:49  
26
Horst Holl aus Winterhude | 03.05.2016 | 23:29  
6
S. K. aus Winterhude | 04.05.2016 | 11:56  
10
Helen Klein aus Barmbek | 04.05.2016 | 20:07  
6
Marc Rose aus Winterhude | 04.05.2016 | 23:36  
6
H S aus Winterhude | 05.05.2016 | 20:03  
33
Timo Baumann aus Winterhude | 06.05.2016 | 00:13  
6
Nils Kramer aus Winterhude | 06.05.2016 | 13:46  
59
Klaus Sebaldt aus Barmbek | 06.05.2016 | 23:18  
7
Ulf Dietze aus Bramfeld | 07.05.2016 | 13:21  
6
D. P. aus Winterhude | 09.05.2016 | 08:21  
7
Tassilo W. aus Barmbek | 11.05.2016 | 11:01  
77
Stefan Warda aus Neustadt | 21.05.2016 | 09:14  
70
Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 16.07.2016 | 15:47  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige