Stiftung aus Hoheluft-Ost hilft Kindern in Namibia

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In Namibia arbeiten mittlerwiele viele Einheimische für die Stiftung Foto: steps for children
 
Michael Hoppe (67) gründete die Stiftung „steps for children“ Foto: Hanke

Michael Hoppe gründete vor zehn Jahren „steps for children“. Nachfolger gesucht

Von Christian Hanke
Hoheluft
Unermüdlich trotz mancher Rückschläge: Michael Hoppe aus Hoheluft-Ost unterstützt seit zehn Jahren Kinder und Jugendliche in Namibia im Südwesten Afrikas mit seiner Stiftung „steps for children“. Etwa 1.000 Kinder fördert die Stiftung derzeit in acht Projekten an sechs Orten. In Schulen, Tischlereien, Computerkursen, Küchen, Gärtnereien, Nähwerkstätten, im Gemüseanbau, mit Gesundheitsvorsorge, Hygienemaßnahmen, mit täglichen warmen Mahlzeiten und einigem mehr. Ganz bewusst hatte sich Hoppe 2005 ein Dorf ausgesucht, in dem er Hilfe zur Selbsthilfe verwirklichen wollte. „Ich habe mir damals viele Projekte angeguckt, die in Afrika und anderen Teilen der Welt helfen. Das Problem war immer, wenn der Projektgründer nicht mehr da ist, ist das Projekt tot“, erzählt Hoppe, der sich nach 30-jähriger Tätigkeit als Unternehmer mit 53 Jahren eine Auszeit nahm. Er verkaufte seine Firma, ging ins Kloster und in die Wüste, um herauszubekommen, was er nun mit seinem Leben anfangen wolle. Nach drei Jahren hatte er die Vision Kindern und Jugendlichen außerhalb Deutschlands helfen zu wollen. Er bekam viele Hinweise auf Afrika. Eine zufällige Bekanntschaft ließ ihn in Namibia aktiv werden.

Kooperation vor Ort


„Am Anfang haben wir alles selbst gemacht. 30 Kinder in dem Ort Okakarara wurden von uns in einer Vorschulklasse betreut. Sie bekamen zum Beispiel eine tägliche warme Mahlzeit. Heute sind es 100 in drei Klassen. Dazu kommen 60 ältere Kinder am Nachmittag“, erzählt Michael Hoppe. Diese Leistungen erbringt „steps for children“ jetzt nicht mehr selbst. „Wir setzen auf Kooperation mit bestehenden Projekten“, erläutert Hoppe. Seine Stiftung beschäftigt 35 meist einheimische Projektleiter und schafft mit vielen Projekten Arbeitsplätze und Einkommen, die für soziale Leistungen verwendet werden. So gehören zu den „Einkommen erzielenden steps“ Näh- und Handarbeitsräume für mehrere Näherinnen, Computerschulen mit Internetcafé, Gästehäuser, Olivenbaumplantagen und Gemüseanbau. Mit den Erlösen aus diesen Betrieben werden die „sozialen steps“ finanziert: Vorschulen, Kindergärten und Krippen, Suppenküchen für die dort untergebrachten Kinder und die Mitarbeiterinnen, Nachhilfeunterricht, Nachmittagsbetreuung sowie Schulgeld, Schulbücher und Schulkleidung.
Hoppe strebt Unabhängigkeit von Spenden an, die aber nach wie vor benötigt werden. „Nachhaltigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe und Professionalität stehen im Vordergrund“, betont der Stiftungsgründer. Das höchste Einkommen zieht die Stiftung aus den Gästehäusern, Appartements für Fremde, und aus Immobilienbesitz.

Rückzug aus Leitung


Alle diese wohldurchdachten Konzepte würden jedoch ohne den Einsatz des Gründers und seiner Mitarbeiter nicht sehr gut funktionieren. „Wir müssen permanent antreiben und motivieren“, erzählt Michael Hoppe und gesteht, dass die Mentalität vor Ort „größtenteils ein Riesenproblem“ sei. Effizienz westlicher Lebensart ist in Namibia fremd. „Es dauert alles unendlich lange. Man muss überdurchschnittlich viel Gelassenheit und Geduld mitbringen“, erzählt Hoppe. „Die Afrikaner können von uns lernen, und viele tun das auch, aber wir können auch von ihnen lernen, weniger Erwartungen zu haben, gelassen das Leben auf sich zu kommen zu lassen“, findet der Stiftungsgründer. Er wird künftig noch gelassener mit seiner Entwicklungsarbeit umgehen. Hoppe will sich bald von der Stiftungsleitung zurückziehen und sucht bereits einen Nachfolger. „Ich bin nicht mehr der Jüngste und werde in den nächsten zehn Jahren nicht mehr so aktiv sein wie in den letzten zehn“, so der 67-Jährige.

Weitere Informationen: Telefon: 389 027 88, www.stepsforchildren.de, E-Mail info@stepsforchildren.de
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