Stolpersteine für die Bonheims

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Stolpersteine erinnern vor dem Grindelhochhaus Brahmsallee an Paul, Käthe und Erwin Albert Bonheim, die Opfer des Nazi-Regimes wurden Fotos: Hanke
Harvestehude „Das wäre bei Dr. Bonheim nicht passiert“, pflegte die Mutter von Ingeborg Bergmann immer zu sagen, wenn sie sich bei einem Arzt nicht gut behandelt fühlte. Kürzlich wurden für Dr. Paul Bonheim, seine Frau Käthe und deren jüngsten Sohn Erwin Alfred vor dem Grindelhochhaus Brahmsallee 19 drei Stolpersteine verlegt.
Paul und Käthe Bonheim hatten am 13. Dezember 1942 Selbstmord begangen, kurz vor ihrer Deportation in eine der NS-Todesstätten. Ihr Sohn Erwin Albert wurde in Auschwitz ermordet.
Zur Feierstunde anlässlich der offiziellen Einweihung dieser Stolpersteine waren Karl Bonheim, der Sohn von Paul Bonheims zweiten, in die USA emigrierten Sohn Hans Herrmann, dessen Frau Dorothy und Tochter Lauren aus New York angereist. Tief bewegt, aber auch erfreut über die Würdigung seiner Großeltern und seines Großonkels verfolgte Karl Bonheim mit seiner Familie die Zeremonie. „Er hatte ein großes Herz. Er lebte für seine Patienten“, berichtete der Enkel des in Hamburg bekannten Arztes, der in der Hansastraße 70 wohnte und praktizierte. Da dieses Haus im Zweiten Weltkrieg zerstört und dieser Teil der Hansastraße (zwischen Brahmsallee und Grindelberg) später aufgegeben wurde, wurden die Stolpersteine an der Brahmsallee verlegt, dort wo die Hansastraße heute endet.
An der Zeremonie nahmen auch Ingeborg Bergmann und ihre Tochter Elisabeth teil. Nur der intensiven Recherche von Elisabeth Bergmann ist es zu verdanken, dass an den jüdischen Arzt, seine Frau und seinen jüngsten Sohn nun durch Stolpersteine dauerhaft erinnert wird. „Dr. Bonheim ist in unserer Familie ein Begriff. Er hat meiner Großmutter zweimal das Leben gerettet, einmal bei der Geburt meiner Mutter“, erzählt Elisabeth Bergmann, die das Schicksal des Retters ihrer Mutter, ohne den sie nicht existieren würde, ergründen wollte. Sie wusste von der Emigration des Sohnes nach New York, guckte ins New Yorker Telefonnummer und fand die Nummer von Karl Bonheim, ermittelte danach die Schicksale weiterer Verwandte der Bonheims. „Die Nazis haben die Familie bis auf den emigrierten Sohn von Paul und Käthe Bonheim vollständig ausgelöscht“, stellte sie fest. In den USA lebt sie aber weiter. Hans Hermann Bonheim hatte vier Söhne, die alle weitere Nachkommen zeugten. (ch)
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