Streit um Radwege

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Diesen „Radschleichweg“ nutzen viele. Anwohner plädieren für einen „richtigen“ Radweg Foto: wb

Bebelallee-Anwohner und CDU gegen Umbau-Pläne von SPD und Grünen

Winterhude Weiter Aufregung um die Bebelallee: Wie berichtet, wird die Hauptverkehrs- und Wohnstraße im Abschnitt zwischen Hudtwalckerstraße und Deelböge in diesem Jahr nicht nur grundsaniert, sondern auch umgebaut. Der Radverkehr soll auf die Straße verlegt und künftig über von den Fahrbahnen abmarkierte Radfahrstreifen geführt werden. Zu Lasten der Fahrbahnen, die bis auf die Bereiche an den Kreuzungen nur noch einspurig genutzt werden können. Außerdem soll das Schrägparken auf der östlichen Seite auf Längsparken umgestellt werden, was zu einem Verlust von 16 Parkplätzen führen wird.

Anwohner gegen Radwege auf der Straße


Gegen diese Planung erhebt sich Protest von Anwohnern. Deren Befürchtungen: Das Radfahren in der Bebelallee wird unsicherer und es werden sich lange Staus bilden. „Die Bebelallee ist eine richtige Rennstrecke. Das ist mörderisch für Radfahrer gemeinsam mit den Autos. Diese Maßnahme wird zu Unfällen führen“, prophezeite Anwohnerin Silke Frank in der letzten Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf/Winterhude, in der nun der genaue Ablauf der Baumaßnahme in diesem Jahr vorgestellt wurde. Die Entscheidung zugunsten der Lösung, die Radwege auf den Fahrbahnen zu führen, ist bereits gefallen. Sehr zum Ärger vieler anwesender Anwohner, die sich für die Anlage von Radwegen aussprachen. „Es gibt genug Platz auf der östlichen Seite für einen Rad- und einen Fußweg. Es ist aus Sicherheitsgründen besser die Radwege von der Fahrbahn zu trennen“, argumentierte Silke Frank. Unterstützt wurden die anwesenden Anwohner von der CDU. „Wie am Harvestehuder Weg wird in der Bebelallee das Verkehrschaos ausbrechen. Für Radfahrer wird es gefährlich. Wir sollten über Alternativen nachdenken“, forderte der Abgeordnete Christoph Ploß.

Richtungsstreit über das „Radfahren an sich“


Die Vertreter von SPD und Grünen hielten dagegen. Es entpann sich ein Richtungsstreit über die Zukunft des Radverkehrs. „Ich fühle mich als Radfahrer sicher auf der Fahrbahn, denn ich werde gesehen“, berichtete der SPD-Abgeordnete Carsten Gerloff. „Die Sichtbeziehung Autofahrer - Radfahrer bietet größtmöglichen Schutz. 70 Prozent aller Unfälle mit Radfahrern passieren, wenn Autofahrer nach rechts abbiegen und die Radfahrer auf einem Hochbordradweg, die geradeaus fahren, nicht sehen“, ergänzte sein Kollege von den Grünen, Michael Schilf.
Für Karin Haas von den Linken darf der Autoverkehr bei einer zukunftsorientierten Verkehrsplanung nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Für einen Verteter des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) sind Radfahrstreifen nicht nur sinnvoll, sondern „das einzig Mögliche“. Anwohner sehen neben der Gefährdung von Radfahrern auch lange Staus vor ihrer Haustür auf sich zu kommen. „Wo soll der Verkehr hin, wenn es nur noch eine Spur gibt?“, fragte ein Bebelallee-Anrainer. „Der Verkehr wird sich verteilen“, glauben die Vertreter des Landesbetriebs Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG), die den Ablauf der Baumaßnahme vorstellten. Außerdem würde die Zweispurigkeit vor den Kreuzungen ja beibehalten.
Warum muss künftig längs der Straße geparkt werden? Aus Gründen des Baumschutzes und weil ein vorgesehener Sicherheitsstreifen derzeit nicht vorhanden ist, so die Planer.

Umbau ab August


Am 3. August sollen Sanierung und Umbau der Bebelallee beginnen. Ende Juli wird die Sperrung der Ohlsdorfer Straße aufgehoben, die dann eine Ausweichstrecke für die Bebelallee sein muss. Erste Baumaßnahmen am Knoten Bebelallee / Deelböge starten schon am 15. Juni, die aber den Verkehrsfluss nicht beeinträchtigen werden. Der Abschnitt der Bebelallee zwischen Hudtwalckerstraße und Meenkwiese (U Lattenkamp) wird für 16 Wochen voll gesperrt sein. Im Abschnitt Meenkwiese bis Braamkamp / Deelböge wird eine Einbahnstraße in Richtung Norden eingerichtet. Anlieger können die Straße von der Meenkwiese in Richtung Süden über einen Extrastreifen befahren. An zwei Wochenenden im September wird der Knoten Braamkamp / Deelböge asphaltiert. Die Kosten der Baumaßnahme Bebelallee betragen voraussichtlich rund 2,5 Millionen Euro. (ch)
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