Talent-Schule für Schnelldenker

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Auf dem grünen Sofa in der Bibliothek schmökert Schülerin Johanna (14) gern Foto: Flüß

In der Oko Private School an der Saarlandstraße lernen Hochbegabte aus der ganzen Republik

Winterhude Die Wände sind bunt, aus den Räumen ertönt Lachen und im Treppenhaus verbreiten herum eilende Schüler Lebendigkeit. Wer sich eine Schule für hochbegabte Kinder als einen Ort vertieften Grübelns vorgestellt hat, wird in der Talent-Schule Hamburg in der Saarlandstraße schnell eines Besseren belehrt. „Wir haben hier viele Kinder, die schnell denken, die kreativ und sehr individualistisch sind. Bei Lehrern und Schülern ecken sie oft an, viele haben Mobbing-Erfahrung“, erklärt Gabriele Hartl (57), die das private Gymnasium Oko Private School für besonders und hochbegabte Kinder zusammen mit ihrem Mann und Sohn vor vier Jahren gegründet hat – als Mutter eines Hochbegabten bestens vertraut mit den Nöten und Bedürfnissen von „Hochleistern, Underachievern oder sogenannten Minderleistern und Schülern mit Teilleistungsstörungen wie Lern- und Verhaltensschwierigkeiten“.

„Diese Kinder haben oft ihr eigenes Drehbuch. Sie sind häufig auffällig, dabei aber oft sehr sensibel.“ Gabriele Hartl


„Diese Kinder haben oft ihr eigenes Drehbuch. Sie sind häufig auffällig, dabei aber oft sehr sensibel.“ Jungs würden mehr auffallen als Mädchen, die eher nach innen gingen und um Anpassung bemüht seien. Entsprechend groß ist die Jungen-Überzahl unter den 90 Schülern. Mädchen machen nur 25 Prozent aus. Eine von ihnen ist Johanna. „Ich bin überhaupt nicht gut in Mathe, an einer staatlichen Schule hätte ich mich nur verschlechtert“, erzählt die 14jährige, die Theater, Sprachen und Sport liebt und Schauspielerin oder Synchronsprecherin werden möchte. Bei Gabriele Hartl und ihrem 22-köpfigen Lehrer-Team, das durch zwei Psychologen und eine Sozialpädagogin ergänzt wird, sollen Schüler wie Johanna selbst bestimmt und selbst organisiert in ihrem eigenen Tempo lernen. Wochenpläne sind aber dennoch verbindlich einzuhalten. „Da die Kinder sehr schnell verstehen, ersparen wir uns Zeit mit vielen Wiederholungen“, so Hartl. Ihre Schüler fordern aber auch den klassischen Frontal-Unterricht ein: „Hochbegabte brauchen oft klare Strukturen.“ Johanna kommt mit dem eigenständigen Lernen gut zurecht: „Ich muss selber denken und arbeiten, ohne dass der Lehrer die ganze Zeit etwas sagt.“

Schüler von überall


In einem Aufnahmeverfahren wird entschieden, ob Schüler und Schule zusammenpassen. „Wir sind eine sehr kreative, spontane, lebendige Schule“, so Hartl. Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet kommen an die Schule. Da es keinen Internatbetrieb gibt, ziehen Familien aus Schleswig-Holstein oder Bayern dann nach Hamburg. Auch internationale Anfragen liegen mittlerweile vor. Das Schulgeld von monatlich 200 Euro kann je nach Einkommen reduziert werden, es stehen auch Freiplätze zur Verfügung. Finanziert wird die Schule vorwiegend durch das Schulgeld und den Förderverein Eltern, Freunde und Förderer. (flü)

Weitere Informationen unter www.talent-schule.de
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