Top-Schauspieler retten Komödie

Anzeige
Konstantin Graudus, Andrea Lüdke, Marek Erhardt und Saskia Valencia (v.l.) bleiben in der Komödie mit 40 zu viert im Fahrstuhl stecken Foto: wb

Graudus/Lüdke/Erhardt/Valencia holen bei „4 nach 40“ im Winterhuder Fährhaus alles raus

Hamburg. Vier Menschen, zwei Frauen und zwei Männer, bleiben in einem Fahrstuhl stecken, müssen nun wohl oder übel auf kleinstem Raum miteinander auskommen. Ein beliebtes Szenario hat Fritz Schindlecker für seine Komödie „4 nach 40“ gewählt, die jetzt in der Komödie Winterhuder Fährhaus Premiere hatte. Ein Szenario, das viele Möglichkeiten für spannendes Theater bietet, zumal das Quartett sich untereinander nicht kennt - und, welch´ Zufall, alle vier gerade die Vierzig überschritten haben. Sie bleiben im Lift - zwischen den Stockwerken 40 und 41 - stecken, so wie sie gerade im Leben steckengeblieben sind. Midlife-Crisis, schon zu alt oder doch die beste Lebensphase? Diese Begriffe und Fragen bewegen die Protagonisten. Deshalb haben die vier eigentlich viel zu sagen, zu streiten, und könnten sogar neue Erkenntnisse gewinnen, sich gegenseitig stärken. Wenig von alledem in Schindleckers Stück. Die Figuren bleiben teilweise deutlich in Klischees stecken. Die Dialoge kommen über Allgemeinplätze nicht hinaus. Entwicklungen finden nur ansatzweise statt. Beachtlich aber, was die Schauspieler aus dieser schmalen Vorlage machen. Insbesondere Andrea Lüdke und Marek Erhardt geben ihren Figuren viel Fleisch und Witz. Andrea Lüdke zeigt sehr überzeugend eine leicht unterbelichtete, aber clevere Ossi-Tussi auf Arbeitssuche mit Bewunderung für Studienrat Binder, aber fest in den Klauen eines ziemlich oft alkoholisierten Rockers ohne Arbeit. Marek Erhardt gibt mit großer Spielfreude den machohaften Versicherungsvertreter, anzüglich, frech und überheblich. Auch Konstantin Graudus kann als vernünftiger, mit Allgemeinwissen glänzender Studienrat Binder auf dem Weg zum Selbstmord überzeugen, auch wenn er sich mit dem Klischee des heimlichen Spielers und Puffgängers herumplagen muss. Saskia Valencia bieten Stück und Regie die wenigsten Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Ihre Juristin, der ihr Freund gleich zu Beginn den Laufpass gegeben hat, kann allenfalls mit schnippischen Zynismus glänzen. Auch einzelne Gesangseinlagen der vier Akteure können das Stück nicht retten, aber die Schauspielern sorgen für Freude. (ch)

Bis 14. September, 19.30 Uhr (So. 18 Uhr), Komödie Winterhuder Fährhaus, Huftwalckerstraße 13, Tel.: 480 680 80
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige