Trickserei um den Isebek-Park

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Die Mitglieder der Initiative wünschen sich ein neues Bürgerbegehren Foto: Haas
Von Waltraut Haas

Seit Januar gilt Leinenpflicht für Hunde im neuen Isebek-Park zwischen Hoheluftbrücke und Weidenstieg. Dagegen protestiert, wie berichtet, die KaifuDogs-Initiative, sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Kürzlich machte Walter Müller, 63, seiner Empörung zudem Luft – in einem offenen Brief mit beachtlichem Verteiler: an Bürgermeister Olaf Scholz etwa, an die Eimsbütteler Bezirksverwaltung und -politiker sämtlicher Fraktionen, ebenso an Nabu-Repräsentanten und Pressevertreter.

Der engagierte Hundebesitzer bezieht sich darin auf die Hintergründe, die frei laufende Hunde zur Gefahr für die Natur am Isebekkanal erklären. Grundlage für die „ökologische Aufwertung“ des neuen Isebek-Parks seien die erfolgreichen Bürgerbegehren „Hände weg vom Isebek“ und „Für die Respektierung des Bürgerwillens in Eimsbüttel“. Doch in den Texten der damaligen Isebek-Initiative zum Erhalt des Grünzugs am Kaiser-Friedrich-Ufers anstelle einer Amüsiermeile findet sich kein Hinweis, dass Hunde künftig an die Leine müssten, so der streitbare Pensionär. Viele naturverbundene Hundebesitzer hätten damals beide Bürgerbegehren unterstützt. Müllers Mischlingshund Cappuccino, 16, braucht – wie sämtliche Vierbeiner im dicht besiedelten Viertel – dringend artgerechten Auslauf und Kontakt zu Artgenossen. „Das aktuelle Isebekpark-Konzept hat aber mit der Umsetzung der Bürgerbegehren nicht mehr viel zu tun“, betont Müller. Vertreter der Isebek-Initiative seien damals erfolgreich „für die Respektierung des Bürgerwillens in Eimsbüttel“ eingetreten. Jetzt würden sie sich selbst undemokratisch verhalten, so Müller. „Trickserei rund um den Isebek-Park“ lautet deshalb der Betreff seiner Mail, in der er sich gegen den Leinenzwang für Hunde mit „Gehorsamsprüfung“ wendet. Der dichte Gehölzsaum am Steilufer des Isebekkanals biete Brutvögeln ausreichend Deckung. An sensiblen Bereichen seien sie zudem geschützt durch Zäune, sagt der Naturfreund. „Unsere Auslaufflächen in einem so dicht besiedelten Viertel für Blumenwiesen zu opfern, die keiner betreten darf, ist schlicht aberwitzig.“
Müllers Protestbrief liegt jetzt dem Eingabenausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft vor. Indessen sammelt die KaifuDogs-Initiative jedes Wochenende an der Hoheluftbrücke weiter Unterschriften. Spätestens zum Herbst will die Initiative die für ein Bürgerbegehren erforderlichen rund 6.000 Unterschriften vorlegen.

Infos: www.kaifudogs-initiative.de
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