Trotz UKE-Skandal: Organspender behalten Ausweis

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Sibylle Kraemer, 58 Jahre, Eimsbüttel: Ich habe seit 2012 einen Organspendeausweis und ich habe „Ja“ angekreuzt. Was nützen mir meine Organe, wenn ich tot bin? Und wenn ich damit vielleicht etwas Gutes tun kann, ist das doch schön. Mein Ehemann hat auch schon seit mehreren Jahren seinen Organspendeausweis und hat sich für „Ja“ entschieden Foto: Thiele

Wochenblatt befragte Hamburger zu ihrer persönlichen Einstellung

Von Ulrich Thiele
Hamburg-Eppendorf
Wegen vermuteter Manipulationen bei Transplantions-Patienten steht das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) derzeit bundesweit in der Kritik. Laut der Deutschen Stiftung Organtranplantationen (DSO) habe der Kontrollreport von Bundesärztekammer, Krankenkassen und Krankenhausgesellschaft ergeben, dass in den Jahren 2010 bis 2012 Patientendaten manipuliert worden sein, um schwerkranke Patienten auf einer Rangliste für eine Lungentransplantation nach oben zu schieben. Der Krankheitszustand von insgesamt 14 Patienten soll so zu deren Vorteil übersteigert worden sein. Nach den Skandalen von 2012 in Göttingen ist dies ein erneuter Imageschaden für das ohnehin sensible Thema Organspende. Das Wochenblatt befragte Passanten vor dem UKE zu ihrer persönlichen Einstellung. „Erst einmal abwarten, was die Untersuchungen ergeben“, lautete der Grundton der Befragten. Doch an der grundsätzlichen Entscheidung, ob man sich für oder gegen die Spende seiner eigenen Organe nach dem Ableben entscheidet, kann der erneute vermeintliche Skandal nicht rütteln. Man sei froh, wenn man nach seinem eigenen Tod das Leben eines anderen Menschen retten könne, sagten potenzielle Organspender überzeugt. Zweifler hingegen bemängelten die stets bestehende Unsicherheit, ob der Mensch nach dem festgestellten Hirntod wirklich
klinisch tot sei.

Weitere Infos: Deutsche Stiftung Organtranplantation; Organspendeausweis
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