Übereinkunft unterzeichnet

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Bis zum Wintereinbruch sollen etwa 190 Flüchtlinge in das ehemalige Kreiswehrersatzamt einziehen Foto: Archiv/wb
 
Heidrun Peteren-Römer (l.) und Hendrijke Blandow-Schlegel vom Verein Flüchtlingshilfe Harvestehude Foto: Hanke

Streit um Sophienterrasse beigelegt. Auch Groß Borstel bekommt neue Unterkunft

Harvestehude/Alsterdorf/Groß Borstel Nun ist es auch amtlich. Die Übereinkunft zwischen den drei Anwohnern, die gegen die Größe der vorgesehenen Flüchtlingsunterkunft an der Ecke Sophienterrasse / Mittelweg im früheren Kreiswehrersatzamt der Bundeswehr geklagt hatten, und dem Bezirksamt Eimsbüttel, das den Bebauungsplan für diese Fläche ändern wollte, ist unterschrieben. Die Unterkunft kann weiter umgebaut werden. Vorgesehen sind 23 „sehr komfortable Wohnungen“, so Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke, mit bis zu acht Zimmern. Die Kosten belaufen sich auf 4,8 Millionen Euro. 190 Flüchtlinge, zu 80 Prozent Familien aus Bürgerkriegsgebieten, können vermutlich noch vor Wintereinbruch einziehen. Nach zehn Jahren muss das Gebäude wieder geräumt werden. Es soll dem freien Wohnungsmarkt zugeführt werden. Entscheidenden Anteil am Erfolg der Gespräche hatte der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Michael Westenberger, langjähriger Abgeordneter in der Bezirksversammlung Eimsbüttel. „Ein Zaun muss übrigens nicht um die ganze Unterkunft gebaut werden, wie zunächst gemeldet wurde. Es wird lediglich zu den Nachbarn an der Hinterseite des Gebäudes „eine Grundstücksumfriedung angelegt, die üblich ist“.

Flüchtlingshilfe


Groß ist die Freude beim Verein Flüchtlingshilfe Harvestehude. „Jetzt kann es losgehen“, freut sich die erste Vorsitzende, Hendrijke Blandow-Schlegel. Wenn die Flüchtlinge kommen, erhalten sie als erstes ein Willkommenspaket. „Dann werden wir eine Veranstaltung mit allen Flüchtlinge in der Unterkunft organisieren, um herauszubekommen, was sie wollen“, erzählt die Vorsitzende. Was Harvestehude bald bevorsteht, ist in Alsterdorf und Groß Borstel schon Realität. In beiden Stadttteilen befinden sich je zwei Unterkünfte, ganz unterschiedlicher Art. Zwei verschiedene Träger und zwei Behörden sind verantwortlich. Die größte Unterkunft ist die Erstaufnahme Sportallee in Groß Borstel, ein Gebäude, das seit vielen Jahren für Bedürftige zur Verfügung gestellt wird: Migranten, Flüchtlinge Obdachlose. Hier werden Flüchtlinge unmittelbar nach ihrer Ankunft in Hamburg einquartiert. Sie sollen drei Monate bleiben und danach auf andere Unterkünfte verteilt werden.
Nur wenige Meter von der Einrichtung Sportallee entfernt werden noch in diesem Jahr in der Straße Heselstücken Wohncontainer für die rund 500 Bewohner der Sportallee errichtet, weil die dortige Unterbringung umgebaut und saniert wird. Noch im Oktober soll der Umzug erfolgen. Zuständig für die Erstaufnahmen ist die Innenbehörde. Die Einrichtung wird von „fördern & wohnen“ betrieben. Dieses städtische Unternehmen betreibt auch die kleine Flüchtlingsunterkunft Borsteler Chaussee 299 in einem Altbau, der ebenfalls seit langem sozialen Zwecken dient, und die große Unterkunft Alsterberg in Alsterdorf, ein früheres Alten- und Pflegeheim. Beides sind Einrichtungen für die weiterführende Unterkunft von Emigranten. 94 Flüchtlinge leben in der Borsteler Chaussee 299, 260 am Alsterberg. „Rund 90 Prozent der Bewohner leben im Familienverbund, so dass etwa die Hälfte von ihnen unter 18 Jahren ist“, berichtet Susanne Schwendtke, Sprecherin von fördern & wohnen. Für beide Einrichtungen ist die Sozialbehörde zuständig.
Auch jugendliche unbegleitete Flüchtlinge finden in Groß Borstel und Alsterdorf in der vor einigen Jahren neu errichteten Einrichtung Borsteler Chaussee 266 mit rund 180 Bewohnern und in der Feuerbergstraße mit 19 Betreuten, Unterkunft. Beide betreibt der Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB). In der Borsteler Chaussee „gibt es den Wunsch in eine Einrichtung zu ziehen, die mehr Selbstständigkeit gewährt“, berichtet Bettina Bormann, die Sprecherin des LEB. Deshalb werden die älteren Betreuten demnächst in eine andere Unterkunft ziehen, die derzeit gebaut wird. In das Gebäude in der Borsteler Chaussee werden jüngere Flüchtlinge einziehen. (ch)
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