Übergang mit Risiko

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Diese Mütter mit Kinderwagen haben den Übergang im Stadtpark sicher geschafft Foto: wb

Acht Unfälle in einem Jahr in der Otto-Wels-Straße

Winterhude Wie gefährlich sind die Straßen am Hamburger Stadtpark für Radfahrer und Fußgänger? Nachdem vor zwei Wochen eine 45-Jährige Radfahrerin mit ihrer dreijährigen Tochter auf dem Rücksitz mit einem Pkw auf der Otto-Wels-Straße zusammenstieß, stellt sich heraus, dass der Unfall kein Einzelfall gewesen ist: Die beiden Zebrastreifen auf Höhe des Planetariums gelten als Unfallschwerpunkte.
Die Polizei wird seit Jahren immer wieder in die Otto-Wels-Straße gerufen. So kam es dort in einem Zeitraum von zwölf Monaten zu sechs Auffahrunfällen und zwei Zusammenstößen mit Personenschaden. „Typisch für die Unfallhergänge ist, dass sie meist bei geringer Geschwindigkeit und zu Stoßzeiten passieren“, sagt Tanja von der Ahé, Sprecherin der Polizei. Laut Polizei führt „fehlerhaftes Verhalten seitens sämtlicher Verkehrsteilnehmer“ zu den Unfällen.

Fußgänger werden an Zebrastreifen ignoriert


Ariane Schwartau ist Leiterin der „Kita im Stadtpark“. Fast täglich geht sie mit Kindern am Planetarium vorbei. „Bei den Übergängen müssen wir sehr vorsichtig sein. Wir Erzieher stellen uns immer auf die Straße, um den Verkehr für die Kinder zu sperren. Oft fahren Autos trotzdem an der Seite vorbei. Viele Autofahrer sind auch einfach zu schnell unterwegs und sehen Fußgänger erst spät. Bodenwellen auf der Straße würde die Autofahrer zwingen, langsamer zu fahren.“ Eine Umfrage unter Autofahrern und Fußgängern macht deutlich, dass vor allem zwei Situationen besonders häufig vorkommen und zu vielen Beinahezusammenstößen führen. So nutzen offenbar viele Autofahrer während des Berufsverkehrs die Verbindung zwischen Winterhude und Alsterdorf, um schneller zum Arbeitsplatz oder nach Hause zu kommen. Dabei werden Fußgänger an Zebrastreifen oft einfach ignoriert, viele müssen auf eine Lücke im Verkehr warten, obwohl sie Vorrang hätten.
Gefährlicher sind an den nicht gut einsehbaren Übergängen allerdings Fahrradfahrer, die ohne abzusteigen über den Zebrastreifen fahren. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Zebrastreifen nur zu Fuß überquert werden. So kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen im Stadtpark. Laut Polizei ist nicht viel möglich, um die Situation zu entschärfen. Versetzte Gitter würden Radfahrer zum Absteigen zwingen, wären aber auch ein Hindernis für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen. Lediglich das Grün am Straßenrand wird geschnitten. Bei einer Umfrage (s. Fotos) forderten Verkehrsteilnehmer unter anderem Bodenwellen als Tempostopper. (mdt)
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