Ufo-Loft in Winterhude dreht Warteschleife

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Das geplante Penthouse sieht aus wie ein Raumschiff. Die Baugenehmigung steht noch aus Foto: wh

Bunker-Umbau fast abgeschlossen. Penthouse noch ohne Genehmigung

Von Waltraut Haas
Winterhude
Nach dem Auszug eines Möbelgeschäfts stand er fünf Jahre leer. Jetzt wird der Bunker an der Barmbeker Straße aufwendig umgebaut: auf vier Geschossen entstehen großzügige Lofts, die ab Herbst schon vermietet werden. Die Baugenehmigung für ein neues Penthouse auf dem oberen Bunkergeschoss steht allerdings noch aus. Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter prüft den Entwurf derzeit persönlich. In den vergangenen 15 Jahren gab es schon mehrmals Vorstöße von Investoren, den 1943 errichteten Luftschutzbunker an der Barmbeker Straße abzureißen. Neubauten an seiner Stelle wurden bisher nicht genehmigt, berichten die Bauherren Karin und Oliver Hamm bei einem Ortstermin. Den Bunker als Wohnhaus umzubauen dagegen schon. Während Spezialsägen die letzten Fensteröffnungen durch die meterdicken Betonwände fräsen, geht das Bauherren-Ehepaar die Pläne durch. „Zu 80 Prozent ist diese Baustelle schon fertig“, freuen sich beide. Die Sägen arbeiten leise, der Verkehrslärm der Barmbeker Straße übertönt sogar ihr Geräusch. Der beim Fräsen entstehende Staub wird sofort mit Wasser gebunden. Zerlegte Betonteile werden fast ebenso lautlos mit Gurten durch einen eigens herausgestemmten Schacht nach unten gehievt und entsorgt.
„Wir wollten die Struktur des alten Bunkers erhalten und zugleich eine moderne Nutzung ermöglichen.“ Karin und Oliver Hamm deuten auf die sichtbare Historie: die alte Eisentür im Erdgeschoss etwa oder das Treppenhaus, in dem Aufschriften an die ursprüngliche Nutzung erinnern. Sämtliche Wände und Fußböden in den künftigen Lofts werden gedämmt, doch die historischen Betondecken samt den Stahlträgern bleiben optisch erhalten. Durch die neuen Fensteröffnungen nach Osten und Westen dringt jetzt Tageslicht und zeigt großzügige Räume, in die bis zum Jahresende Mieter einziehen können. Oliver Hamm freut sich über das Ende der bis jetzt wohl schwierigsten Etappe. „Wir haben dem Bunker endlich Licht gegeben“, stellt er zufrieden fest und erinnert an die Geschichte: Bis 1945 bot er Zuflucht für Menschen bei Bombenangriffen. Ohne Tageslicht wohnten hier bis 1956 ausgebombte Hamburger. Sogar Bundespräsident Theodor Heuss kam damals zu Besuch, um sie zu ermutigen.

Ufo „landet“ auf Bunker


Jetzt fehlt nur noch der Neubau auf dem Bunkerdach von „one83landing“, wie die Hamms ihr Projekt nennen: 183 steht für die Hausnummer, dessen Dach ein bewusst futuristisches Projekt krönen soll: „Es wirkt, als ob ein Ufo landet“, freut sich das Bauherren-Paar. „Das wäre für uns die Krönung.“
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