Umbau mit Hindernissen

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Modernisieren und denkmalgerecht erhalten: Bauherr Dr. Theodor Bergmann wagte den Spagat, trotz zahlreicher Hürden bleibt er zuversichtlich Foto: Haas

Eigentümer meldet sich zu Wort: „Villa an der Willistraße 21 verfällt nicht“

Von Waltraut Haas
Winterhude
Die Mutmaßungen von Nachbarn zur Baustelle an der Willistraße 21 sind widerlegt: Wegen eines Rechtsstreites waren die Bauarbeiten zur „Revitalisierung“ der Villa ausgesetzt worden, hieß es im Regionalausschuss des Bezirks Nord. Wie in Ausgabe 13 berichtet, hatte sich ein benachbartes Ehepaar mit seinen Befürchtungen, die Villa würde dem Verfall preisgegeben, an den Ausschussvorsitzenden Dr. Jan Freitag gewendet. Anders als befürchtet, musste Bauherr Dr. Theodor Bergmann mit einer Reihe von Verzögerungen kämpfen, die er nicht zu verantworten hat. Berufstätig im gewerblichen Immobilienbereich könnte er es sich gar nicht leisten, Objekte vergammeln zu lassen, betont er gegenüber dem Wochenblatt. 2010 erwarb er das Objekt. Nach der Baugenehmigung im „vereinfachten Genehmigungsverfahren“ starteten zwei Jahre später die Bauarbeiten. „Das Haus soll zum Wohnsitz meiner vierköpfigen Familie werden.“ Bergmann ließ dafür vier Wohnungen, die vor und nach dem Krieg eingebaut wurden, in dem 1904 errichteten Haus zurückbauen. „Auch sämtliche Elektro- und Wasserleitungen wurden extrahiert; das Gebäude von innen fast bis auf seine Grundmauer zurückgebaust.“ Doch 2013 kam der erste Baustopp: „Das Haus war auf die Denkmalschutzliste gelangt.“ Weitere Baumaßnahmen erforderten damit eine Prüfung der erhaltungswürdigen Bauelemente durch das Denkmalschutzamt. „Diese Prüfung einschließlich eines restauratorischen Gutachtens dauerte bis Mitte 2014“, so Bergmann weiter. Ein neuer Bauantrag stand ins Haus, der schließlich genehmigt wurde. „Allerdings fand die baurechtliche Genehmigung des Denkmalschutzamtes für einen rechts vom Haus geplanten Anbau nicht die Zustimmung eines benachbarten Hauseigentümers.“ Dessen Widerspruch wurde schließlich abgelehnt. „Damit gab es erst seit Februar grünes Licht für die Wiederaufnahme unserer Bauarbeiten“, seufzt Theodor Bergmann. Jüngstes Hindernis: Die Willistraße wurde in den vergangenen Wochen zur Baustelle, die Straße ist wegen neuer Fernwärmeleitungen aufgerissen. Bis Mai ist das Grundstück für Baumaschinen nicht befahrbar: Eine harte Geduldsprobe für Theodor Bergmann und seine Familie.

Kein Verfall erkennbar


Dass die Villa unterdessen keinesfalls verfällt, zeigt der Bauherr beim Ortstermin. Sämtliche nachträglichen Einbauten sind entfernt, das Gebäude wurde in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz vom Keller bis in die Obergeschosse mit großer Sorgfalt in seinen Urzustand von 1904 zurückgebaut. Jetzt „wartet“ die Villa auf den Abschluss der Bauarbeiten. Trotz aller widrigen Umstände bleibt Bergmann zuversichtlich: „Zu Ostern 2017 können wir hoffentlich einziehen. Dann freuen wir uns auf ein friedliches Einvernehmen mit unseren neuen Nachbarn.“ Das Bauvorhaben soll zudem mit einem renommierten Hamburger Architekturbüro umgesetzt werden. Der Architekt Michael Weissschmidt und die Gesellschaft des Bauherrenvertreters, die Firma Admetus T.E.B. Grundstücksgesellschaft mbH & Co. K seien im Übrigen bei Nachfragen sehr wohl über Telefon oder E-Mail Adresse jederzeit erreichbar, wie Theodor Bergmann nachdrücklich betont.
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