Und täglich droht der Stau

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Schildern mahnen die Autofahrer, versetzt zu fahren. Die meisten halten sich nicht daran: Entweder wird gedrängelt oder getrödelt. Foto: Haas

Nach der Vollsperrung der Deelbögebrücke noch keine Entwarnung

Von Waltraut Haas
Alsterdorf/Winterhude. Nichts ging mehr zwischen Alsterkrugchaussee und Bebelallee am vergangenen Wochenende: wegen einer Vollsperrung der Deelbögebrücke. Ansonsten wird der Autoverkehr nur auf einer verbreiterten Fahrspur je Fahrtrichtung geführt, während gleich nebenan die neue nördliche Brückenhälfte gebaut wird. Doch am Wochenende wurde auch die Südhälfte der Brücke dringend gebraucht. Denn schon am 1. Juni abends rückten Schwertransporter mit tonnenschweren Stahlträgern für die Spannbeton-Konstruktion an. Dazu rollten zwei mobile Schwerlast-Kräne auf die Baustelle, um die Stahlträger übers Wochenende einzeln in Position zu setzen: Zentimeterarbeit für die Kranbau-Mannschaft. In den folgenden Wochen werden die Stahlträger vor Ort von einem Stahlbauer-Team zusammengeschweißt.
Jetzt läuft der Verkehr wieder über die verengte Fahrbahn der südlichen Brückenhälfte. Deshalb bleibt die Deelbögebrücke weiterhin ein Nadelöhr auf dem Ring 2, das die Langmut der Verkehrsteinehmer immer wieder auf die Probe stellt. Das Schild vor der Verengung auf eine breitere Fahrspur pro Fahrtrichtung empfiehlt zwar, versetzt zu fahren. Doch manche Hamburger haben’s besonders eilig. Auch wenn Hektik nichts einbringt, versuchen sie burschikos, von den Abbiegespuren aus auf den letzten Metern blitzschnell einzufädeln – zum Ärger der geduldig wartenden Verkehrsteilnehmer: Dann wird völlig unhanseatisch gehupt und gemeckert, nicht selten setzt es Kraftausdrücke. Schließlich warten doch alle!
Besonders zu Stoßzeiten bei hohem Verkehrsaufkommen wird die Baustelle zum Verkehrsengpass mit Staugefahr. Wie mehrfach berichtet, muss die Spannbetonbrücke über die Alster in einer langwierigen Baumaßnahme aufwändig erneuert werden: bei laufendem Verkehr, der momentan über die südliche Brückenhälfte führt. Voraussichtlich im Spätsommer wird der Neubau der nördlichen Brückenhälfte fertiggestellt sein, teilte Wolfgang Benecke vom Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) mit. Dann steht die nächste Vollsperrung an, wenn der Neubau der südlichen Brückenhälfte startet. Die Deelbögebrücke bleibt also weiterhin ein Engpass – voraussichtlich bis 2013.
Fußgänger und Radfahrer sind von der Baustelle übrigens kaum betroffen: Sie können die Alster weiterhin ganz entspannt über die Behelfsbrücke passieren. (wh)
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