Uni- und Staatsbibliothek wird saniert

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Darek Patter baut das Regal aus Foto: Frank Berno Timm
 
Rolf Duden weiß alles über die Erneuerung Foto: Timm

Betrieb in der Stabi auf dem Uni-Campus Hamburg läuft weiter

Von Frank Berno Timm
Rotherbaum
Die Staats- und Unibibliothek auf dem Campus am Von-Melle-Park hat die Erneuerung ihrer Haustechnik gestartet. Das ist der Auftakt für eine umfassende Sanierung des Gebäudes, in dem 200 Menschen arbeiten und das täglich 4.000 Besucher hat. Eigentlich ist Rolf Duden Bibliothekar. Doch der Baudezernent der Staats- und Unibibliothek hat vor vier Wochen ein Projekt begonnen, das ihn die nächsten Jahre immer wieder beschäftigen wird. Nach gut 30 Jahren in Betrieb werden gerade die Brandschutzklappen der Klimatechnik ausgewechselt. Auch die Sicherheitsbeleuchtung, erläutert Duden, muss ausgetauscht werden. Die Lautsprecheranlage wird erneuert, Einbruch- und Alarmmeldetechnik ebenfalls. Die komplette Sanierung kostet 3,9 Mio. Euro, die aus dem Sanierungsfonds des Senates kommen. Die Arbeiten werden die Bibliothek über drei Jahre beschäftigen und sind der Auftakt für die Grundsanierung des Gebäudes. Erste Vorüberlegungen für weitere Arbeiten gehen bis ins Jahr 2025. Hat denn die bisherige Technik funktioniert? „Ja“, sagt Duden, „aber die Vorschriften haben sich geändert“. Schon bei den letzten Kontrollen von TÜV und DEKRA habe es entsprechende Hinweise gegeben. Man müsse nun ans System herangehen, auch Kabel anders legen, einige Wände höher ziehen und Türen austauschen. Die Arbeiten passieren bei laufendem Bibliotheksbetrieb: 200 Mitarbeiter betreuen 4.000 Besucher täglich (Montag bis Freitag 9-24 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 -24 Uhr). Die Handwerker arbeiten in Randzeiten – zwischen 21 Uhr und neun Uhr morgens. Ist das nicht besonders teuer? Duden antwortet, eine komplette Schließung hätte bedeutet, dass ein Ausweichquartier finanziert werden müsste. So werden höchstens einzelne Bestände gesperrt. Duden hofft, bis zum Semesteranfang die Arbeiten im Keller erledigt zu haben, die Sicherheitstechnik wird geschossweise abgearbeitet. Als nächster Punkt steht die Sanierung der Benutzungsbereiche auf der Agenda. Im nächsten Jahr soll ein Lesesaal zum Lern- und Medienzentrum umgestaltet werden, die restlichen Lesesäle würden auch erneuert, dafür kommen 500.000 Euro pro Jahr aus Fördermitteln des Hochschulpakts. Ein kurzer Rundgang zeigt, was Duden meint. Im zweiten Stock ist ein Teil der Arbeitsplätze schon neu ausgestattet und macht einen sehr freundlichen Eindruck. Dann geht es hinunter in das Kompaktmagazin im Keller: Dort lagern 800.000 Bücher. Regalbauer Darek Patter ist dabei, mit seinen Kollegen ein Regal zu entfernen, damit man an die Lüftungsklappen herankommt. Rolf Duden kann schon die erste, fertige Technik zeigen und demonstriert in der angrenzenden Tiefgarage auch das Gegenstück: Selbst dem Laien wird schnell offensichtlich, dass die Technik alt und dabei ist, zu verrotten. Im Haus geht der Betrieb weiter: im Café sitzen Gäste, viele Garderobenschränke sind belegt, die Arbeitsräume gut gefüllt. Viele Studierende müssten Arbeiten schreiben oder hätten Prüfungen – auch in der vorlesungsfreien Zeit, sagt Duden, der trotz des Projekts weiter als Bibliothekar arbeitet. Dass Bauarbeiten laufen, sieht man von außen nur an ein paar Handwerker-autos und Containern. Die Fassadensanierung an einem anderen Gebäude auf dem Campus ist da schon sichtbarer.

Sperrzeiten und weitere Infos: www.uni-hamburg.de
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