„Veloroute“ am Leinpfad in der Kritik

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Kritiker mit Blick auf den Leinpfad: Warum soll es nicht so bleiben, wie es ist? Foto: Haas

Anwohner bezeichnen Umbau zur Fahrradstraße als Steuerverschwendung. Es sei bereits alles „im grünen Bereich“

Von Waltraut Haas
Winterhude
Der Leinpfad wird Fahrradstraße (wie berichtet), die Planungen sind abgeschlossen. Sechs Monate dauert der Umbauab Oktober. Anwohner und Besucher des Bürgerforums der CDU Nord sahen jetzt keine Chance, den Status quo zu erhalten – anstelle einer teuren „Verbesserung“. Zuvor hatten Christoph Ploß und Philipp Kroll (CDU) der Runde den aktuellen Stand mitgeteilt. Erst nach dem Umbau sei eine Auswertung angesetzt, um eventuell nachzubessern, so Ploß. Die nach dem Umbau wegfallenden 75 von 400 Parkplätzen würden – ähnlich wie beim Wiesendamm – amtlich anders gerechnet: Demzufolge wurden nie mehr als 262 geparkte Fahrzeuge „gezählt“. Nach Neuordnung der Parkstände ergäbe sich mit 325 Parkplätzen ein Plus von 60. Diese Rechnung kalkuliere aber nicht den zeitweiligen Andrang von Besuchern, die ihr Auto hier abstellen. Deshalb werde es in manchen Abschnitten des Leinpfads künftig enger. Die neue „Veloroute“ erntete Kopfschütteln auch von mehreren Radfahrern unter den Gästen. Am Leinpfad sei bereits alles „im grünen Bereich“. Es genüge oft, bestehende Radwege zu sanieren. „Radschnellwege“ auf der Straße schaffen neue Unsicherheiten: vor allem für radelnde Senioren. „Heute vermisse ich die Solidarität mit uns Älteren“, sagte Werner Speer, Uhrmachermeister im Ruhestand. Immerhin war er 60 Jahre lang mit dem Rad unterwegs: „Trotz praktikabler und kostengünstiger Alternativen werden überall teure Umbauten bevorzugt.“

„Das ist alles absolute Steuerverschwendung“


Kaufmann Hans Dieter Haury benennt Beispiele rund um die Alster. Nach dem Umbau der Bebelallee beobachtet er etwa erhebliche Rückstaus zu Stoßzeiten durch die einspurige Verkehrsführung zugunsten von Radwegen auf der Fahrbahn. Der Vielzahl teurer Baumaßnahmen habe der rot-grüne Senat das Prädikat „Fahrradstadt Hamburg“ zu verdanken. Die aktuelle politische Linie sei absolute Steuerverschwendung. „Das Konzept geht aber an uns Bürgern vorbei“, erklärt Jürgen Abraham. Dabei habe die Rücksichtnahme aufeinander bislang am Leinpfad hervorragend geklappt: „Wir müssen also künftig die Verkehrspolitik in den Fokus nehmen. Das aktuelle Konzept ist ideologisch überfrachtet und kritikabel.“ Dabei fährt Abraham gerne Rad. Die Steuern zahle er aber als Autofahrer, betont der Unternehmer und erntet Applaus.

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3 Kommentare
26
Horst Holl aus Winterhude | 30.08.2016 | 19:02  
33
Timo Baumann aus Winterhude | 30.08.2016 | 19:59  
17
J. Stender aus Wandsbek | 31.08.2016 | 17:22  
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