Verkehrsinitiative: Umsteigen auf den Bus

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Der 600er Nacht-Bus soll auch am Tage fahren, fordert die Initiative Verkehr und Mobilität Jarrestadt Foto: Hanke
Hamburg: Wiesendamm |

Jarrestadt: Verein macht sich für besseres Verkehrskonzept im Viertel stark

Von Christian Hanke
Winterhude
Im Verein Jarrestadt-Leben e.V. dreht sich viel um Verkehr. Schließlich ist der Verein, der sich für die Verbesserung der Lebensqualität im Quartier einsetzt, 1991 aus einer Bürgerinitiative für die Verkehrsberuhigung der Großheidestraße entstanden. Seit einem Jahr spielt Verkehr wieder eine besonders große Rolle bei Jarrestadt Leben. Innerhalb des Vereins gründete sich die Initiative „Verkehr und Mobilität Jarrestadt“, die nichts Geringeres als ein Verkehrsgesamtkonzept für die Jarrestadt erarbeiten will. Zu viele Verkehrsprobleme hatten sich angehäuft. Nicht nur der Verlust von Parkplätzen durch den Umbau des Wiesendamms nervt viele Jarrestädter. Auch die als unzureichend empfundene Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie schlechte Fuß- und Radwege ärgern die Anwohner.

Radweg ist eine Katastrophe


„Den neuen Radstreifen am Wiesendamm sehen wir positiv, aber der Radweg an der Nordseite ist eine Katastrophe“, findet der Gründer und Sprecher der Initiative, Ulrich Burghardt Wöckner. Auch die Radfahrsituation in der Jarrestraße, in der die Radler sich die oft zugeparkte Straße mit dem starken Autoverkehr teilen müssen, wird als verbesserungswürdig empfunden. „Das ist lebensgefährlich für Radfahrer“, urteilt Jan Siegel, der auch Vorstandsmitglied von Jarrestadt Leben ist. Als Fehlplanung empfindet die Verkehrsinitiative die neuen Fahrradbügel am Wiesendamm. „Da steht sehr oft kein Fahrrad“, hat Wöckner beobachtet. „Fahrradboxen oder -schuppen wären besser als Bügel. Die empfinden viele als zu unsicher“, glaubt Henrik von Bülow. Ilse Wöckner kritisiert den Zustand der Fußwege, den sie beurteilen kann, da sie schon rund 40 Jahre in der Jarrestadt wohnt: „An den Fußwegen ist in dieser Zeit nichts gemacht worden.“

Anbindung ist verbesserungswürdig


Schließlich bemängelt die Initiative die Anbindung des Quartiers an Nachbarviertel und -stadtteile durch öffentliche Verkehrsmittel. Von der Epiphanienkirche, in deren Gemeinderäumen Jarrestadt Leben ansässig ist, benötigt man etwa 13 Minuten bis zum nächsten U-Bahnhof (Borgweg) und acht Minuten zu den Buslinien 172 und 173, die durch die Jarrestraße fahren. Sagt die Hochbahn. Doch in der Jarrestadt wohnen viele ältere Menschen. „Die schaffen das nicht“, sind sich die Initiativmitglieder einig. „Außerdem muss umgestiegen werden, nur um zum Winterhuder Marktplatz zu kommen.

Weniger Autoverkehr fordert Alternativen


Wenn der Autoverkehr eingeschränkt werden soll, muss es gute Alternativen geben“, findet Henrik von Bülow. Deshalb fordert die Initiative die Umwandlung der Nachtbuslinie 600, die über den Wiesendamm fährt, in eine Tageslinie. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) hat eine entsprechende Anfrage bereits abschlägig beantwortet. Aus „ökonomischen und ökologischen“ Gründen. Weil parallel zum Wiesendamm die U3 fährt. Auch für die Parksituation hat die Initiative Verbesserungsvorschläge. Im Glindweg wünschen sich die Verkehrsinteressierten Schrägparkplätze wie in der Großheidestraße. „Dann würden die Autos dort langsamer fahren und es gäbe mehr Parkplätze“, verdeutlicht Ulrich Burghardt Wöckner.

Verschiedene Varianten erstellen


Alle diese Anliegen hat die Initiative acht Genossenschaften mitgeteilt, denen Wohnungen in der Jarrestadt gehören, und den Bezirksfraktionen. Zwei Genossenschaften antworteten bereits interessiert. Die Verkehrsinitiative erhofft sich, dass Experten dieser Unternehmen wie zum Beispiel Stadtplaner sich der Verkehrssituation annehmen und verschiedene Varianten eines Gesamtverkehrskonzeptes für das Quartier erstellen. „Wir sind in diesen Dingen Laien“, begründet Wöckner die Aktion. Auch die Bezirksfraktionen sieht der Sprecher der Initiative gefordert. Die haben in seinen Augen noch etwas gutzumachen: „Der Umbau des Wiesendamms hat ohne Dialog stattgefunden. Niemand wurde hier gefragt.“

Mitglieder gesucht


18 Mitglieder hat die Initiative bisher. Wer mitmachen möchte: Ulrich Burghardt Wöckner, Telefon 270 00 20
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1 Kommentar
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Gerrit Moritz aus Barmbek | 26.03.2017 | 10:13  
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