Verzögerter Neustart

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Seit Frühjahr steht schon das Vereinshaus, im Hintergrund die Seniorenwohnanlage Foto: Haas

„Tarpenbek Greens“ nennen Ersatzgärten „Gartendorf“

Von Waltraut Haas
Groß Borstel
Vom Kellerbleek an den Haldenstieg: Die Kleingärtner des Vereins Bahn-Landwirtschaft mussten Ende März – wie berichtet – dem Bauprojekt „Tarpenbeker Ufer“ für 750 neue Wohnungen weichen. Ihr Umzug kostet wohl noch so manche Geduldsprobe. Am Eingang prangt ein Schild: „Herzlich willkommen im Gartendorf!“ Wegen verzögerter Erschließungsarbeiten durch die nasse Witterung erfolgte die Übergabe der neuen Parzellen erst im Juni. Sie sind auf Rundwegen um das Vereinshaus angelegt, gesäumt von jungen Hainbuchen. Überall sprießen Lupinen. „Die sind Gründünger für den Boden vor Anlage der Beete“, erklärt Joachim Lühmann, Geschäftsführer der Bahn-Landwirtschaft Hamburg. Der Aufbau neuer Lauben dauert noch. „Nur vier von 60 Lauben waren Blockbohlenhäuser, die sich versetzen lassen“, sagt Gartendorf-Vorsitzende Sibylle Dawson. Bäumchen und Sträucher seien aber bereits umgesetzt. Zehn ältere Parzelleninhaber haben allerdings wegen der Umzugsstrapazen aufgegeben. Neueinsteiger sind deshalb im Gartendorf willkommen. Kontakt: Telefon 398 065 222. Sibylle Dawson berichtet von Plänen der Kleingärtner: Eine Parzelle werde für Geflüchtete aus den benachbarten Unterkünften vorgesehen, sobald sich Freiwillige finden, die das Projekt begleiten. Zudem sei seniorengerechtes Gärtnern auf Hochbeeten angedacht und ein Sommerfest mit den neuen Nachbarn. Auch benachbarte Senioren bekommen Zugang. Entgegen einigen Gerüchten betont Joachim Lühmann: „Nachdem die Zuwegung fertig ist, sind die Kleingärten über den Haldenstieg, Höhe In de Masch, öffentlich begehbar.“ Anders als geplant, gäbe es auch zwei Zugänge für die Nachbarn aus der Seniorenwohnanlage Borsteler Chaussee 301. Die Mieter wollen „ihre“ ehemalige Fläche für Spaziergänge nicht missen. Kürzlich gab es Proteste, weil diese Zugänge mit abschließbaren Toren versehen wurden. Gegen ein Pfand von zehn Euro sollten Schlüssel an die Mieter ausgegeben werden. „Der schöne verwilderte Park verschwand, lange mussten wir den Lärm der Baumaschinen ertragen. Jetzt sollen wir hier nur durchspazieren mit dusseligen Schlüsseln“, ärgert sich Mieterin Christa Pfeiffer. Zudem seien zehn Euro für Rentner viel Geld, ergänzt eine Seniorin. Nur gestützt auf den Rollator schaffe sie eben diesen kleinen Rundgang. Der Protest der Damen drang bis zu Harald Rösler. Der Bezirksamtsleiter ist mit Joachim Lühmann jedoch zuversichtlich: Für diesen Konflikt fänden die Nachbarn gewiss bald eine praktikable Lösung. Schade nur: Die hochwertigen Metalltüren mit Sonnenmotiven verschwanden schon in der Nacht nach der Aufstellung. Sachschaden: 1.500 Euro.
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