Visionen 2020

Anzeige
Stellten ihre Visionen von Eppendorf vor: Karin Haas (DIE LINKE), Jan-Tobias Behnke (FDP), Kai Elmendorf (GAL), Ekkehart Wersich (CDU) und Michael Freitag (SPD).Foto: Hanke

So stellen sich Politiker Eppendorfs Zukunft vor

Eppendorf. Welche Vision haben Kommunalpolitiker von Eppendorf? Diese fundamentale Frage stand kürzlich ´mal wieder auf der Tagesordnung des Eppendorfer Bürgervereins (EBV). Einmal im Jahr lädt der EBV Vertreter der Fraktionen in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord ein, um deren Ziele für den Stadtteil zu erfragen. „Visionen 2020“ lautete das Thema.
Alle anwesenden Kommunalpolitiker entwarfen dasselbe Bild vom Eppendorf der Zukunft: ein Eppendorf mit bezahlbaren Wohnungen für alle Menschen. Aber das wird schwer. In den entsprechenden Gremien des Bezirksamtes haben die Kommunalpolitiker kaum Handlungspielraum, müssen Bauprojekte und Umbauten in teuren Wohnraum nur allzu oft abnicken. Oft werden Neubauprojekte mit einem großen Anteil von gefördertem Wohnraum vorgestellt, der dann im Laufe der weiteren Planung langsam aber sicher verschwindet. So zu berfürchten bei dem neusten Eppendorfer Wohnbauprojekt an der Eppendorfer Landstraße beim Eppendorfer Marktplatz. Ein Drittel sozialer Wohnungsbau war urspünglich angesagt. „Doch davon ist man abgerückt“, wußte Ekkehart Wersich, der Sprecher der CDU im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude zu berichten. Ausgerechent die CDU setzt sich mit Nachdruck für sozialen Wohnungsbau bei diesem Projekt alsauch für den Erhalt der beiden Kastanien vor dem Restaurant Tre Castagne ein, das dem Neubauprojekt weichen wird. Kurios: Kai Elmendorf von der GAL kann den Verlust der Kastanien verschmerzen, da die Bäume bereits über 100 Jahre alt sind und nicht mehr gesund sein sollen.
Elmendorf lobte in diesem Zusammenhang das Bauderzernat des Bezirksamtes Hamburg-Nord, das den ursprünglichen Entwurf für diesen Neubau erheblich variantenreicher verändert hatte. Insgesamt zeigten sich die Kommunalpolitiker mit dem geplanten Neubau in Eppendorfs Mitte zufrieden. Michael Freitag, der Sprecher der SPD im Regionalauschuss, findet es allerdings schade, dass dort ein Stück des dörflichen Charakters von Eppendorf verloren geht.
Zu den geplanten Neu- und Umbauten in der Robert-Koch-Straße, die das Bezirksamt und die Schule St. Nikolai betreffen, konnten die Fraktionsvertreter noch nichts sagen, da sich das Projekt noch im Anfangsstadium der Planung befindet. Karin Haas von den Linken kann sich ein Eppendorf für alle nur vorstellen, wenn Gesetze und Verordnungen mit dem Ziel geändert werden, hohe Mietpreise zu stoppen. „Grund und Boden“, so die Sprecherin der Linken im Regionalausschuss, „kann man nicht dem freien Spiel der Marktkräfte überlassen.“ Jan-Tobias Behnke (FDP) möchte Eppendorf als jungen Stadtteil erhalten. Deshalb ist bezahlbarer Wohnraum auch für ihn ein wichtiges Ziel.
In der Verkehrspolitik, immer ein heißes Eisen im dicht bebauten Eppenorf, plädiert Behnke für ein verträgliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer, denn „wir sind alle ´mal Fußgänger, ´mal Radfahrer , ´mal Autofahrer.“ Kai Elmendorf sieht den Fußgänger als den schwächsten und schützenswertesten Verkehrsteilnehmer. Bürgersteige und Zugänge zu Bussen sind für ihn ein Thema. Autos sollten wo irgendmöglich in Tiefgaragen untergebracht werden. Ekkehart Wersich brach eine Lanze für die Stadtbahn, die den zunehmenden Verkehr besser bewältigen würde als beschleunigte Busse. Mehr Sauberkeit und ein besserer Branchenmix sind für die CDU ebenfalls wünschenswert. Karin Haas möchte die Eppendorfer Landstraße zur verkehrsberuhigten Zone erklären und einen Kreisel an der Kreuzung mit Eppendorfer Baum, Lehmweg und Lenhartzstraße einbauen. Beides wurde von den Fachbehörden allerdings schon verworfen. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige