Völkerkundemuseum bekommt Leiterin

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Barbara Plankensteiner übernimmt als erste Frau die wissenschaftliche Leitung des Völkerkundemuseums Foto: privat

Barbara Plankensteiner an der Rothenbaumchaussee die ethnographischen Sammlungen verantworten

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Das Museum für Völkerkunde bekommt 2017 eine neue wissenschaftliche Leitung. Am 1. April übernimmt Barbara Plankensteiner als erste Frau in der Geschichte des Museums die Verantwortung für die ethnographischen Sammlungen an der Rothenbaumchaussee. Die 53-Jährige tritt die Nachfolge von Dr. Wulf Köpke an, der im Februar 2016 als Experte für interkulturelle Fragen zur Akademie der Polizei wechselte. Die gebürtige Südtirolerin aus Bozen studierte Ethnologie und Philosophie in Wien, promovierte 2002 am dortigen Institut für Kultur- und Sozialanthropologie und am Institut für Afrikawissenschaften. Von 1998 bis 2015 arbeitete sie am Weltmuseum Wien, zuletzt als stellvertretende Direktorin, Chefkuratorin und Leiterin der Abteilung Afrika südlich der Sahara.

Zahlreiche Publikationen

Unter ihren vielen Publikationen ragt der Band über die Kunst des westafrikanischen Königreiches Benin heraus, das heute als Standardwerk gilt. Im vergangenen Jahr übernahm sie an der Yale University Gallery, dem ältesten Universitätsmuseum der USA, als Senior Curator die Leitung der Abteilung für Afrikanische Kunst. Außerdem unterrichtet sie an der Yale University. Barbara Plankensteiner freut sich auf ihre neue Aufgabe am Völkerkundemuseum, das sie für „eines der interessantesten und wichtigsten ethnographischen Museen in Europa“ hält. Sie fühlt sich geehrt, „dass die Freie und Hansestadt Hamburg mir das Vertrauen schenkt, das Profil dieses geschichtsträchtigen Hauses zu erneuern.“

Ein großer Gewinn

Für Hamburgs Kulturstaatsrat Carsten Brosda ist Barbara Plankensteiner ein großer Gewinn: „Sie verfügt über die Erfahrungen, das Wissen und die notwendige Umsicht, um das Museum für Völkerkunde weiter zu entwickeln und internationale Impulse zu setzen. Wir haben mit ihr eine Persönlichkeit gewinnen können, die unserem Anspruch auf einen Neubeginn in diesem für die Stadt so wichtigen Haus gerecht wird.“ Die Ethnologin beabsichtigt, „wichtige Fragen der Globalität zu erschließen, diese mit einer zeitgemäßen Objektforschung zu verbinden und spannende, gegenwartsbezogene Ausstellungen zu gestalten, die ein möglichst breites Publikum ansprechen werden.“
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