Volle Fahrt voraus!

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Die St. Georg dreht wieder ihre Runde auf der Alster. Eine Fahrt dauert 45 Minuten Foto: Sichting
 
Sorgt an Bord für gute Laune und vertäut das Schiff beim Anlegen: Decksmann Egon Günther (52) Foto: Sichting

Die St. Georg schippert wieder über die Alster

Von Mathias Sichting
Alster
Leinen los für den Museumsdampfer St. Georg auf der Alster: Mit voller Fahrt geht es seit dem vergangenen Wochenende in die neue Saison. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich ist die St. Georg schon stolze 139 Jahre alt und damit Deutschlands ältestes fahrtüchtiges Dampfschiff. Doch von Alters-schwäche kann bei der St. Georg nicht die Rede sein. Im vergangenen Jahr war der Alsterdampfer an 245 Tagen unterwegs und beförderte über 35.000 Passagiere. Doch das hinterlässt Spuren. „Wir haben in der Winterpause den Dampfkessel gereinigt. Die Dampfmaschine aus dem Jahr 1922 musste im Bereich der Kurbelwelle und der Schiebesteuerung überarbeitet und neu justiert werden“, erzählt Maschinist Sven Albrecht. „Der Meister“, wie er seinen Job auf dem Vergnügungsdampfer liebevoll selbst bezeichnet, ist mit dem Dieselantrieb der St. Georg verheiratet. Er sorgt für genügend Dampf auf dem Kessel. Jede freie Sekunde verbringt der 37-Jährige im engen und bis zu 70 Grad heißen Maschinenraum der St. Georg. Oberstes Ziel: Das maritime Kleinod auf der Alster instand zu halten. Das kann auch schon mal 80 Arbeitsstunden in der Woche beanspruchen. Er steht während der Fahrt in ständigem Kontakt mit seinem Kapitän. Klare Anweisungen wie „Volle Fahrt“, „Halbe Fahrt“ oder das kurze „Stop“ werden durch ein Sprachrohr in den Maschinenraum des Alsterdampfers übermittelt. Von hieraus bedient Sven Albrecht mit einem Blick auf den Antrieb die Maschine. „Ich muss den Motor ständig im Blick haben. Ohne zu wissen, wie der Antrieb gerade steht, kann man nicht einfach anfahren oder abstoppen“, sagt der Hamburger.

Historische Dampfwolke


„Die St. Georg ist das einzige historische Dampfschiff in Norddeutschland, das noch heute im täglichen Einsatz steht“, so Kapitän Matthias Kruse stolz. Der Vorsitzende des „Alsterdampfschiffahrtsvereins e.V.“ geht mit viel Elan in die neue Saison. „Die Grundinstandsetzung ist endlich abgeschlossen. Zwei Jahrzehnte nach der letzten Restaurierung war das auch fällig und wir starten pünktlich in die neue Saison. Unser Verein hat rund 65.000 Euro für die Arbeiten am Schiff investiert. Umso erfreulicher ist es, dass wir die Fahrpreise stabil halten können“, freut sich der Kapitän. „Das touristische Angebot in Hamburg ist riesig. Auf unserer Tour sind Sehenswürdigkeiten und ausführliche Erklärungen nicht mehr so sehr gefragt. Die Besucher wollen erfahrungsgemäß eher eine kurze Alstertour , einen Blick auf die Silhouette und eine knackige Erklärung. Die Touristen haben immer weniger Zeit“, bedauert Kruse.
Die St. Georg geht inzwischen in die 22. Saison als Museumsschiff. Ihr Erkennungszeichen ist der schmale Schnitt des voll genieteten Rumpfs und die weiße Dampfwolke, die der historische Vergnügungsdampfer hinter sich her zieht. Erwachsene zahlen beim Condukteur 12,50 Euro, Besitzer der Hamburg Card sowie Gruppen 10 Euro pro Person. Kinder unter 16 Jahren fahren in Begleitung der Eltern kostenlos mit. Täglich wird der Hamburger Alsterdampfer wieder von 10.45 bis 16.45 Uhr alle Stunde zur Historischen Alsterrundfahrt vom Jungfernstieg ablegen, um sanft und leise über Hamburgs Wasser zu gleiten. An ausgewählten Terminen wird die St. Georg um 19 Uhr zu abendlichen Alster-Kanalfahrten auslaufen. Indes hoffen die Dampfschiffer von der Alster auf einen schnell nahenden Frühling und einen anschließenden ausgedehnten Sommer, um die positiven Besucherzahlen aus dem Vorjahr nochmals zu übersteigen.

Weitere Informationen unter 040/ 792 25 99 oder auf www.alsterdampfer.de
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