Vom kleinen Unterschied in der Betreuung

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Geschäftsführerin Christine Neitzel zeigt das denkmalgeschützte Badezimmer Foto: wb

Gutscheinsystem oder geförderte „Elterninitiative“. Neueröffnung des „Kindergarten“ in der Husumer Straße

Eppendorf/Groß Borstel Das Kinderlachen vergangener Zeiten scheint noch durch die Räume zu hallen. Seit dem Bau des Hauses in der Husumer Straße 31 im Jahre 1928 hat sich stets im Erdgeschoss ein Kindergarten befunden. Alte Einbauten wie das Badezimmer zeugen noch heute davon. Und die Tradition wird fortgesetzt: „Wir wollen den Spagat zwischen moderner Kinderbetreuung in traditionell gestalteten, den aktuellen Standards entsprechenden Räumen wagen“, erklärt eine der beiden Geschäftsführerinnen der privat geführten Kitas „Lütte Sternenkieker“, von denen „Der Kindergarten“ ein Ableger sein wird. Maximal 40 Kinder können betreut werden, ab Mitte Februar wird der Betrieb aufgenommen. Neben dem bisher vorhandenen Elementarbereich gibt es jetzt auch einen Krippenbereich, so die Geschäftsführerin. „Üblicherweise arbeiten wir mit dem Gutscheinsystem der Stadt Hamburg; eine darüber hinaus gehende Betreuung auf privater Ebene ist jedoch jederzeit möglich“, erklärt sie.Für die Kita-Betreuung können Eltern in Hamburg seit einigen Jahren einen Kita-Gutschein beantragen. Durch diesen ist festgelegt, wie viele Stunden Betreuung das Kind erhält, welche Kosten die Stadt dafür übernimmt und welcher Elternbeitrag zu leisten ist. Dieser hängt von der Familiengröße, dem Einkommen und der täglichen Betreuungszeit ab.
Doch auch andere funktionierende Systeme gibt es. Der Wichtel-Kindergarten in Groß Borstel ist beispielsweise eine selbstverwaltete Elterninitiative, ein Sonderförderprojekt der Behörde. Hier zahlen die Eltern einen monatlichen Beitrag direkt an den Kindergarten. Zuschüsse der Behörde erfolgen ohne Gutscheinsystem wiederum direkt an den Kindergarten. Zwei Erzieherinnen arbeiten mit 13 Kindern in einer roten Altbauvilla, die wie die „Villa Kunterbunt“ von Pipi Langstrumpf anmutet. Ihnen wird Vorschularbeit, Musik mit Musikpädagogen und Sport in einer Turnhalle angeboten. Regelmäßige Ausflüge gehören ebenfalls zum Programm. Als „Austrittsritual“ basteln sie eigenständig Marionetten und führen ein kleines Theaterstück auf. Einmal jährlich kommen Erwachsene und Kinder ein Wochenende in der „Heuherberge“ zusammen und genießen die gemeinsame Zeit. Ein Sommerfest wird organisiert und es gibt mindestens dreimal jährlich zu Elternabend-ähnliche Treffen. „Alles, was mit der Behörde zu tun hat, müssen wir selber strukturieren“, erzählt Dreifach-Mutter und erste Vorsitzende des Elternvorstandes Andrea Mühlhäuser. Diese Art der Verwaltung führe dazu, dass alle Eltern näher zusammenrücken. Es seien schon viele enge Freundschaften daraus entstanden. Ob nun mit oder ohne Gutschein: Hauptsache sind die spielenden und lachenden Kinder, die unbeschwert Kontakte knüpfen und Erfahrungen sammeln können: in ihrem Kindergarten. (gm)
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