Vorm Dammtor-Bahnhof wächst Gemüse

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Yükünc Ömer bepflanzt das kleine Fleckchen Grün vorm Dammtor-Bahnhof mit Gemüse Foto: Jenssen

Kleingärtner züchtet nach Dienstschluss Tomaten und Bohnen

Rotherbaum Auf frischen Dammtor-Grünkohl im Winter, darauf freut sich Kleingärtner Yükünc Ömer (61) schon jetzt. Erstmal stehen aber bald die Kartoffeln und die Stangenbohnen zur Ernte an. Alles aus eigenem Anbau – gewachsen in Hamburgs wahrscheinlich ungewöhnlichsten Gemüsegarten. Tausende von Menschen gehen täglich an dem kleinen Garten vorbei: Die Anbau-Fläche lehnt sich an die Mauer des Dammtor-Bahnhofs an. Darüber rollen die Züge vorbei in viele Städte Deutschlands und in viele Länder Europas. Auf der anderen Seite geht es zum CCH und in den Park Planten un Blomen. Eigentlich ist Yükünc Ömer für die Sauberkeit im Dammtor-Bahnhof zuständig. Er arbeitet dort beim Reinigungsdienst. Und als vor dem schönen Bahnhof die Müllcontainer verschwanden, wurde dort die rund 25 Quadratmeter große Landfläche frei. Sie wurde nicht zubetoniert. Stattdessen erhielt Yükünc Ömer die Erlaubnis, zum Gemüseanbau. „Die Gartenarbeit wird nur in der Freizeit erledigt. Während der Arbeitszeit ist der Garten tabu!“ So pflegt er dort nach Dienstschluss schon seit drei Jahren seine Tomaten, Bohnen, Kartoffeln und Kohlrabi. Traurig ist er nur darüber, dass nicht alles, was vor dem Dammtor gut gedeiht, in seiner Küche landet. Besonders beliebt bei Dieben sind Ömers frische Tomaten. Geklaut wurde in diesem Jahr auch der Kohlrabi. „Das ist zwar ärgerlich, aber die Freude an der Gartenarbeit überwiegt“, sagt Ömer. Und – auch wenn der Garten vor Dieben nicht sicher ist, vor unfreiwilliger Überdüngung schon: Ein Plastikzaun am Boden hält Hunde davon ab, ins Beet zu pinkeln. (je)
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