Wann dürfen die Schwäne wieder raus?

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Die 120 Höckerschwäne sind derzeit in Zelten untergebracht Symbolfoto: thinkstock

Vögel leben am Eppendorfer Mühlenteich immer noch in Zelt-Quarantäne

Eppendorf Normalerweise würden sich Hamburgs 120 Höckerschwäne jetzt im Wasser tummeln. Das Winterquartier am Eppendorfer Mühlenteich halten Pumpen selbst bei starkem Frost eisfrei. Doch seit Ende November sind die Schützlinge von Schwanenvater Olaf Nieß aufgrund einer behördlichen Anordnung in drei ineinander übergehenden Zelten untergebracht, mit Blick auf den Teich durch Plastikfenster (das Wochenblatt berichtete).
Nach Ausbruch der Geflügelpest – alias Vogelgrippe – vom Virusstamm H5N8 in einem Putenmastbetrieb in Heinrichswalde, Vorpommern und zuletzt im ostfriesischen Emsland gelte die Aufstallungspflicht für Nutzgeflügel auch in Hamburg bis auf Weiteres, weiß Rico Schmidt, Pressesprecher der Gesundheitsbehörde.
Obwohl sie Wildtiere sind, bleiben auch Hamburgs Schwäne im Zelt, wie schon einmal im Winter 2005/2006. Damals fielen dem Ausbruch des Virustyps H5N1 auf Rügen im Februar 2006 immerhin 160 Höckerschwäne zum Opfer. „Schwäne reagieren höchst empfindlich auf das Virus“, erklärt Olaf Nieß vor dem Mega-Zelt, das nur er und sein Team betreten dürfen. „Den Tieren geht es hier aber gut und es herrscht kein Platzmangel.“ Unterm Zeltdach haben sie eine strohgedeckte Fläche von 600 Quadratmetern und ein kleines Schwimmbassin zur Verfügung, das sie abwechselnd in kleinen Grüppchen aufsuchen. „Und durch unsere Fütterung kommen die Schwäne immer wieder in Bewegung.“ Zudem würden sie streng tierärztlich überwacht.
Bislang jedenfalls gibt es im Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt, das ein „Wildvogel-Monitoring“ durchführt, in der Hansestadt keine Befunde von freilebenden Vögeln, die mit H5N8 infiziert sind.

Übertragung umstritten


Über die Übertragungswege der auch für Höckerschwäne höchst gefährlichen Vogelgrippe streiten derzeit die Experten. „Wildvögel standen als Viren-Überträger jedoch zu Unrecht unter Verdacht“, stellt Nabu-Vogelexperte Lars Lachmann nach ausführlichen Recherchen fest. Die Verbreitung des H5N8-Virus über Zugvogelrouten könne inzwischen mit Gewissheit ausgeschlossen werden. Einige Experten sind der Meinung, dass die engen Handelsbeziehungen zwischen Geflügelmastbetrieben die Übertragung fördern. Dr. Johan H. Mooii vom „Wissenschaftsforum Aviäre Influenza“ weist auf die Verbindung nach Südkorea hin. Dort hat es ANfang 2014 den ersten Fall in einer Entenfarm gegeben.„Das wirkliche Problem ist die Massentierhaltung, weil da die Viren sehr schnell zirkulieren“, konstatieren niederländische Wissenschaftler. Die Spaziergänger, die das Wochenblatt am Mühlenteich befragte, vermissen ihre Schwäne jedenfalls und hoffen, dass die Vögel bald wieder im Mühlenteich planschen können. (wh)
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