Was Herrchen wissen soll

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Hundetreff im Stadtpark: Auslauf und Kontakt unter Artgenossen entspannt die Vierbeiner Foto: Haas

...und Frauchen natürlich auch: Der aktuelle Hunde-Knigge für den Stadtpark

Winterhude Der Stadtpark hat wieder Hochsaison: Jung und Alt, Radler wie Spaziergänger, Grill-Fans oder Ballsportler, Modellbootfreunde sowie Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen: Alle treffen hier aufeinander und kommen erstaunlicherweise gut miteinander klar. Na gut: fast. Einmal abgesehen von den jetzt schon einsetzenden Rauchschwaden sonntags in den Grillzonen. Die bei der Vielzahl von Gelagen, Barbecues und Picknicks anfallenden Müllberge waren hier ja erst kürzlich Thema. Abgesehen auch von den Hundehäufchen, die manche Besitzer immer noch übersehen – ganz als ob die Stadtreinigung nicht 25 Millionen Gassibeutel jährlich kostenlos zur Verfügung stellte. Wohl deshalb wandten sich kürzlich selbsternannte „Ordnungshüter“ im Stadtpark an Hundhalter mit der durchaus freundlichen Kontrollfrage: Ob sie denn ihre Gassibeutel dabei hätten?
Sogar die schlauen Rabenkrähen im Stadtpark haben sich der Saison angepasst. Aufmerksam verfolgen die gefiederten Aufräumkommandos aus den Bäumen, was sich unter ihnen abspielt. Denn neben verwertbaren Grillresten werden nach dem Trubel auch übersehene Hundekuchen gerne aufgepickt. Der Umgang von Zwei- und Vierbeinern im Stadtpark habe sich über die Jahre zunehmend entspannt, bestätigen Hundefreunde. Man kennt sich und man trifft sich auch gerne. Radfahrer bremsen schon mal ab, wenn ihnen spielende Hunde vor die Räder laufen. Und Hundeführer meiden selbstredend die Spielplätze rund um das Planschbecken und die Kita.
Der stressarme Umgang sei wohl auch auf die Einführung der Gehorsamkeitsprüfungen für Hunde zurückzuführen. Zugleich dürfen nur Personen mit Hunden ohne Leine flanieren, für die – nach einer Prüfung – eine amtlich anerkannte Befreiung erteilt wurde: „Der Wesenstest für Hundeführer“, witzeln Insider.
Doch auch bestens erzogene und trainierte Vierbeiner sollten nicht in Versuchung geraten. Dies gilt besonders überall nahe dem Unterholz und rund um den Ententeich: dem Brutrevier für Enten, Rallen und Graugänse. „Die Hundebesitzer sind oft erstaunlich ahnungslos, dass ihre Tiere mal eben ihrem Jagdtrieb folgen könnten“, weiß Gänseschützer Simon Hinrichs aus Erfahrung. Hinrichs musste schon mitansehen, wie freilaufende Hunde – weit entfernt von ihren Herrchen – eine erwachsene Graugans rissen. Hier hilft nur der Appell an den Hunde-Knigge: Insbesondere während der Brutsaison, der Jungenaufzucht und der Mauser im Mai sollten die Hunde rund um den Stadtparksee und den Ententeich im nordöstlichen Stadtpark dringend an die Leine. „Auch erwachsene Graugänse sind während der Mauser ab Mai einen ganzen Monat lang flugunfähig“, erklärt Tierschützer Hinrichs. Ihren Freiheitsdrang im Kontakt mit Artgenossen können die Vierbeiner dennoch gut austoben: etwa auf dem eingezäunten Hundespielplatz im Sierichschen Gehölz im Südwesten des Parks, oberhalb der Ecke Grasweg und Maria-Louisen-Straße. Die Sitzbänke werden von Hundebesitzern dort gerne zum Klönschnack unter Gleichgesinnten genutzt. (wh)
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