Was wird aus Pehmöllers Garten?

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Früher war hier ein Wasserlauf mit Teichen: Traute Matthes-Walk (vorn rechts) führt durch den Garten Foto: Haas

Groß Borsteler fordern: Park trotz Unterkünften erhalten und öffentlich zugänglich machen

Von Waltraut Haas
Groß Borstel
Über Jahrzehnte war es vernachlässigt und verwildert: Das Privatgelände am östlichen Ende der Papenreye verwaiste mit wechselnden Besitzern. Weil dort, wie berichtet, eine Folgeunterkunft für 400 geflüchtete Menschen entstehen soll, hatte die Stadt schon 2015 „Pehmöllers Garten“ von einem Bauunternehmer erworben, dessen Pläne zuletzt gescheitert waren. Zuvor hatte er noch zahlreiche Bäume gefällt und einen Teich zugeschüttet. „In öffentlicher Hand ergeben sich hier endlich neue Perspektiven“, erklärte Dieter Söngen vom Bezirksamt Nord optimistisch, als er kürzlich mit dem Kommunalverein und dem Stadtteilbeirat Groß Borstel einen Workshop zur Zukunft des Gartens eröffnete, moderiert von Markus Birzer. Vor dem Ideenaustausch mit rund 30 Teilnehmern führte Traute Matthes-Walk durch den Park, benannt nach dem Ratsherren Christian Nikolaus Pehmöller, der ab 1825 einen „Lustgarten“ anlegen ließ und ihn bis zur Borsteler Chaussee erweiterte. Schon vor zehn Jahren hatte die passionierte Lokalhistorikerin die Geschichte des Parks in ihrem Buch „Groß Borstels Lustgärten“ veröffentlicht. Beim Rundgang zeigte Traute Matthes-Walk auf Jahrhunderte alte Buchen, auf einen verbliebenen Teich und verwies anhand von historischen Skizzen auf die ursprüngliche Gartenanlage. „Was immer seitdem geschah: Der Park wehrt sich nach Kräften“, resümiert die engagierte Autorin lächelnd. Ihre Hoffnung, den letzten der vier ehemaligen Groß Borsteler Lustgärten zu erhalten und endlich öffentlich zugänglich zu machen, rückt jetzt zwar näher. Zugleich wächst die Skepsis: nach Kenntnis der „bislang unverbindlichen“ Pläne für die Unterkünfte. Sie sehen viergeschossige Gebäude an der Papenreye und einen dreigeschossigen Bau an der Grenze zum Strüver-Gelände vor. Nach der gebotenen Einzäunung der Unterkünfte fragt man sich: Was bleibt dann vom öffentlichen Garten? „Wir zeigen große Bereitschaft, hier in Groß Borstel Flüchtlinge zu integrieren. Aber der Park sollte in seiner Originalgröße erhalten bleiben und endlich öffentlich zugänglich sein“, fordert Traute Matthes-Walk. „Bis jetzt haben wir nur Wünsche formuliert, ohne über die Rahmenbedingungen informiert zu werden“, erklärt Dr. Hans-Heinrich Nölke, Vorsitzender des Kommunal-Vereins, nach Abschluss des Workshops. Viele gute Ideen und eine große Portion Skepsis bringen die Groß Borsteler also mit, wenn das Bezirksamt mit fördern & wohnen (f&w) als künftigem Betreiber über ihre Baupläne informieren.

Info-Tag:Montag, 12. September, 18 Uhr, in der Kirche St. Peter, Borsteler Chaussee 139
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